Die Feierlichkeiten zum Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain wurden am Samstagabend von schweren Ausschreitungen überschattet. Mehr zu den Details.
Ein Meer aus roten und blauen Fahnen, eine Begeisterung für die Geschichtsbücher: Am Samstagnachmittag feierten die Spieler von Paris Saint-Germain gemeinsam mit fast 100.000 Fans auf dem Champ-de-Mars.
Trotz drohender Regenwolken und stundenlanger Wartezeit wegen der verspäteten Rückkehr der Mannschaft aus Budapest harrten die Anhänger aus. Sie wollten die Helden des gewonnenen Endspiels gegen Arsenal feiern. Mit Gesängen, Bengalos und Applaus begleiteten sie die Spieler auf einem langen, eigens für diesen Tag errichteten Steg in den Vereinsfarben.
Die Führungsspieler des Teams – von Marquinhos bis Ousmane Dembélé – wurden von einer Menge gefeiert, die einen bereits historischen Moment in der Geschichte des Pariser Klubs miterleben wollte.
Direkt im Anschluss machte sich die Delegation von Paris Saint-Germain auf den Weg in den Élysée-Palast. Dort wurde die Mannschaft von Präsident Emmanuel Macron zu einem offiziellen Empfang begrüßt. Der Staatschef würdigte die sportliche Leistung des Teams, fand aber auch deutliche Worte zu den Ausschreitungen in Paris und anderen französischen Städten.
"Leider haben wir gestern Abend und bis tief in die Nacht hinein in Paris und anderen Städten inakzeptable Gewaltszenen erlebt. Und ich möchte nicht, dass wir uns daran gewöhnen. Niemand möchte das", sagte Macron sichtbar verärgert. Er betonte weiter: "Das hat nichts mit Fußball zu tun, nichts mit Sport und nichts mit dem, was wir lieben. Deshalb danke ich unseren Polizisten und Gendarmen. Gegen alle Festgenommenen werden wir konsequent vorgehen. Solche Szenen wollen wir nicht mehr sehen. Schluss damit. Wir haben die Nase voll. Es reicht."
Frankreich: 890 Festnahmen, 178 Polizisten verletzt
Die Feierlichkeiten zum Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain wurden am Samstagabend von schweren Ausschreitungen überschattet. Im Westen von Paris kam es zu illegalen Straßenrennen und riskanten Fahrmanövern, Blockaden des Périphérique, Plünderungen, Sachbeschädigungen, brennenden Fahrzeugen und teils heftigen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.
Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden 178 Polizistinnen und Polizisten verletzt. Landesweit nahm die Polizei 890 Menschen fest. Im Gespräch mit dem Radiosender France Inter sprach Nuñez von einem Anstieg der Festnahmen um mehr als 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch unter Fans und Beteiligten der Ausschreitungen gab es Opfer. Ein Mann kam bei einem Motorradunfall auf dem Périphérique ums Leben, ein weiterer liegt nach Angaben der Behörden im Koma. Sieben Menschen wurden schwer verletzt, rund 60 weitere erlitten leichtere Verletzungen.
Trotz Ausschreitungen: PSG feiert weiter
Den Schlusspunkt eines langen Feiertags setzte PSG dort, wo alles begonnen hatte: im Parc des Princes. Mehr als 45.000 Fans strömten ins Stadion, um die Feierlichkeiten bis in den späten Abend fortzusetzen. In elektrisierender Atmosphäre wurden die Champions von ihren Anhängern empfangen.
Gesänge, Choreografien, Bengalos und Feuerwerk prägten einen Abend, der ganz im Zeichen der besonderen Verbindung zwischen Mannschaft und Fans stand. Einer nach dem anderen griffen die Spieler zum Mikrofon, bedankten sich beim Publikum und ließen sich feiern, während auf den Stadionleinwänden die Höhepunkte der Saison gezeigt wurden. Stundenlang nutzten die Fans die Gelegenheit, einen Moment auszukosten, auf den sie jahrelang gewartet hatten.
Eine rot-blaue Menschenmenge, Sprechchöre, die durch das gesamte Stadion hallten, und spürbare Emotionen bestimmten die Atmosphäre. Mehr noch als der Pokal selbst stand an diesem Abend das Gefühl im Mittelpunkt, Teil eines historischen Erfolgs zu sein. Der Höhepunkt eines Tages, den die Anhänger von Paris Saint-Germain wohl nie vergessen werden.