Heftige Gewitter, Starkregen und Sturmböen haben am Wochenende in mehreren Regionen Deutschlands für Überschwemmungen, Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Besonders betroffen waren Berlin und Brandenburg.
In Berlin ist am Sonntagvormittag innerhalb kurzer Zeit eine kräftige Gewitterfront mit Starkregen und starken Windböen über die Stadt hinweggefegt.
Die Feuerwehr rief den „Ausnahmezustand Wetter“ aus und musste zu rund 160 Einsätzen ausrücken. Gemeldet wurden vor allem überflutete Keller, verstopfte Kanäle und umgestürzte Bäume.
Auch der Nahverkehr war betroffen. Mehrere S-Bahn-Linien mussten zeitweise ihren Betrieb einschränken oder unterbrechen. Beim Tennisturnier der Berlin Tennis Open wurde das Publikum vorsorglich in Sicherheit gebracht. Zudem kam es beim Aufbau eines Sommerfestes zu Zwischenfällen, als mehrere Stände einstürzten und eine Person einen Stromschlag erlitt.
Brandenburg: Überflutete Straßen und Blitzeinschläge
Schon am Samstag hatten Gewitter in Brandenburg örtlich für erhebliche Schäden gesorgt. Besonders betroffen waren die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße sowie die Stadt Cottbus. Dort rückten Feuerwehren zu Dutzenden Einsätzen aus.
Auch dort gab es überflutete Keller und Straßen. Hinzu kamen mehrere Brände nach Blitzeinschlägen.
Auch am Sonntag waren die Einsatzkräfte in Brandenburg weiter gefordert. In mehreren Landkreisen, darunter Barnim, Uckermark, Märkisch-Oderland und Oberhavel, wurden erneut Unwetterwarnungen ausgegeben. Die Zahl der wetterbedingten Einsätze stieg kontinuierlich an.
Der Schwerpunkt der aktuellen Unwetterlage liegt klar im Osten Deutschlands (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Im Westen und Süden treten Gewitter eher lokal und vereinzelt auf, während die stärksten Entwicklungen heute im Osten erwartet werden.
DWD warnt weiter vor schweren Unwettern
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes entsteht die aktuelle Wetterlage durch das Zusammentreffen heißer und sehr feuchter Luftmassen. In vielen Regionen werden Temperaturen von über 30 Grad erreicht, bevor sich teils schwere Gewitter bilden.
Besonders gefährdet sind am Sonntag Teile von Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitter nach Osten. Vor allem für das südliche Brandenburg und Ostsachsen rechnen Meteorologen mit schweren Unwettern, lokal sogar mit der höchsten Warnstufe. Möglich sind Starkregen, Hagel, schwere Sturmböen und gefährliche Blitzschläge.
Für mehrere Regionen in Sachsen-Anhalt warnte der DWD bereits vor überfluteten Straßen und Unterführungen, umstürzenden Bäumen sowie Aquaplaning. Lokal können innerhalb kurzer Zeit bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
Hitze als Auslöser der Gewitterlage
Die Gewitter stehen in direktem Zusammenhang mit der aktuellen Hitzewelle. In Berlin und Brandenburg wurden am Wochenende Höchstwerte zwischen 31 und 34 Grad gemessen. Die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sorgt für eine besonders instabile Atmosphäre, in der sich Gewitter rasch entwickeln und lokal extreme Niederschlagsmengen bringen können.
Meteorologen rechnen damit, dass die Unwettergefahr zumindest regional bis in die Abendstunden anhält.