Ein kräftiges Seebeben hat am 8. Juni Kuba erschüttert. Das Beben erreichte eine Stärke von etwa 6,1 und war in weiten Teilen Havannas zu spüren. Aus Bürogebäuden und Hochhäusern in der ganzen Hauptstadt wurden vorsorglich Menschen in Sicherheit gebracht. Die Behörden meldeten zunächst weder Verletzte noch größere Schäden.
Zu den geräumten Gebäuden gehörte auch die historische Lonja del Comercio im Zentrum von Havanna. Beschäftigte und Besucherinnen und Besucher sammelten sich auf den angrenzenden Straßen, während Einsatzkräfte die Lage prüften. Augenzeugen berichteten von plötzlichem Rütteln, durch das Schreibtische, Computer und andere Bürogeräte ins Wackeln gerieten.
Menschen im Gebäude sprachen von Momenten der Verwirrung. Viele liefen rasch über die Treppen nach unten und auf die Straße. Eine Frau berichtete, ihr sei zuerst der wackelnde Bildschirm aufgefallen. Kurz darauf hätten ihre Kolleginnen und Kollegen reagiert und die Räumung habe begonnen.
Das Beben war in mehreren Stadtteilen der kubanischen Hauptstadt zu spüren. Viele Bewohnerinnen und Bewohner verließen vorübergehend Wohnungen und Arbeitsplätze, bis die Behörden Entwarnung gaben. Das Ereignis rief auch Erinnerungen an frühere Erdstöße wach. Einige sagten, Erdbeben dieser Stärke seien in Havanna selten.
Aus Vorsicht setzten die Behörden Notfallpläne in Gang, während Ingenieurinnen, Ingenieure und Fachleute die Gebäude auf Schäden prüften. Die Evakuierungen machten zudem die Sorgen um den Zustand des alternden Gebäudebestands in Havanna deutlich, von dem ein großer Teil bereits seit Jahrzehnten steht.
Das Erdbeben trifft Kuba in einer Phase anhaltender Infrastrukturprobleme. Schnelle Sicherheitsüberprüfungen sind deshalb nach jedem spürbaren Erdstoß besonders wichtig.