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Schmuggel von Drogen und Migranten: Spanische Polizei zerschlägt größtes Kartell im Mittelmeerraum

Größtes Menschenhandelsnetzwerk im Mittelmeer zerschlagen, siebter August 2026
Mittelmeer: Größtes Menschenhändlernetz zerschlagen am 7. August 2026 Copyright  Policía
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Von Jesús Maturana
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Guardia Civil und Policía Nacional haben mit Europol sowie Kollegen aus Frankreich, Portugal und Polen ein Schleuser- und Drogenkartell zerschlagen. Es erfolgten 78 Festnahmen, 27 Personen saßen zunächst in Untersuchungshaft.

Die Guardia Civil und die spanische Nationalpolizei haben in einer gemeinsamen Operation mit Europol eine der bislang komplexesten kriminellen Strukturen im Mittelmeerraum zerschlagen.

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An der Schlussphase des Einsatzes waren mehr als Beamte beteiligt. Zusätzlich unterstützten die französische Nationalpolizei, die portugiesische Polícia Judiciária und die polnische Nationalpolizei.

Festnahmen in Spanien und Algerien

Insgesamt nahmen die Ermittler 78 Personen fest, 77 in Spanien und eine in Algerien. 27 von ihnen saßen zunächst in Untersuchungshaft. Unter den Festgenommenen waren vier Verantwortliche, die die Behörden als „High Value Targets“ einstufen, sowie der sogenannte „Hawalader“, der über ein informelles Transfersystem die Finanzströme der Gruppe steuerte.

Die im Jahr 2023 eingeleitete Untersuchung dokumentierte 64 Schleusungsfahrten, die dieser Organisation zugerechnet werden. Auf diesem Weg brachte die Gruppe mehr als 2000 Menschen nach Spanien.

Die Polizei schätzt, dass die Bande damit mehr als 24 Millionen Euro erwirtschaftet hat. Nach Angaben der Sicherheitskräfte handelt es sich um die bislang größte Schleuserstruktur mit Ursprung in Algerien, die mit Hochgeschwindigkeitsbooten Menschen über das Mittelmeer gebracht hat.

Migrationsrouten von Algerien nach Spanien, 2026
Migrationsrouten von Algerien nach Spanien, 2026 Europol

Streng hierarchisches Schleusernetzwerk in mehreren Ländern

Das Netzwerk bestand aus mehr als 78 Mitgliedern, aufgeteilt in drei Ebenen. Die oberste Ebene übernahm die strategische Leitung und die Kontrolle der gesamten Operationen. Die zweite Ebene vereinte Piloten, Transporteure und Verantwortliche für die operative Ausrüstung.

Zur dritten Ebene gehörten Unterstützerinnen und Unterstützer, Anwerber, Beobachter, Logistikkräfte, Treibstofflieferanten, Finanzmanager und Strohmänner. An der Spitze stand eine einzige Führungsperson, die Planung, Finanzierung und Koordination übernahm und die Gruppe zudem mit Waffen und Drogen versorgte.

Die Unterstrukturen agierten in Andalusien, der Region Murcia, der Comunitat Valenciana und auf den Balearen. Weitere Verbindungen bestanden nach Frankreich, Portugal, Italien und Polen.

Um ihre Aktivitäten zu sichern, verfügte die Organisation über Hochgeschwindigkeitsboote, starke Motoren, Transport- und Überwachungsfahrzeuge, konspirative Wohnungen, verschlüsselte Kommunikation, Satellitentelefone und GPS-Systeme.

Im Laufe der Ermittlungen stellten die Behörden 18 Boote mit drei oder vier Motoren sicher. Sie waren zwischen acht und 14 Metern lang und insgesamt mehr als fünf Millionen Euro wert.

Das Geschäft lief in zwei Richtungen: Auf der Hinfahrt nach Algerien transportierten die Boote MDMA, eine synthetische Droge mit hoher Nachfrage im Norden Afrikas. Auf der Rückfahrt brachten sie Migrantinnen und Migranten nach Spanien. Pro Person verlangte die Organisation bis zu 12.000 Euro, teils mit bis zu 50 Passagieren an Bord. Zusätzliche Einnahmen erzielte sie mit dem sogenannten „petaqueo“, dem Betanken dieser Boote mit Treibstoff.

Extreme Gewalt, Beschlagnahmungen in vier spanischen Provinzen

Die Ermittler stellten ein hohes Maß an Gewalt fest, sowohl innerhalb der Organisation als auch gegenüber den von ihr kontrollierten Migrantinnen und Migranten. Die Gruppe setzte ein internes Disziplinarsystem ein, das auf Drohungen, Nötigung und körperlichen Angriffen beruhte. Es gibt Hinweise auf Entführungen und sogenannte Abrechnungen. Sie unterhielt zudem Kontakte zu Strukturen der französischen und italienischen Mafia, von denen Kontrollanweisungen kamen.

Die gleiche Brutalität richtete sich gegen die spanischen Sicherheitskräfte, sobald diese versuchten, die Boote abzufangen. Grund war wohl der hohe wirtschaftliche Wert der beschlagnahmten Fahrzeuge.

Die Überfahrten erfolgten nach Erkenntnissen der Ermittler unter hochriskanten Bedingungen: Die Migranten standen dicht gedrängt, die Boote fuhren mit hoher Geschwindigkeit, ohne Beleuchtung und ohne Rettungswesten. In einigen Fällen fesselten die Schleuser Menschen, damit sie nicht über Bord gingen. Vor der Abfahrt warteten viele in Behelfsunterkünften, unter überfüllten und unhygienischen Bedingungen.

Die Polizei führte 17 Durchsuchungen in Almería, Murcia, Cartagena und Alicante durch. Dabei beschlagnahmte sie:

  • 26.675 Euro in bar
  • 15.000 Tabletten MDMA
  • 61 Kilogramm Haschisch
  • 500 Gramm Kokain
  • 40 Gramm Methamphetamin
  • einen Revolver des Kalibers 38
  • eine nachgebildete Maschinenpistole
  • Munition
  • vier Fahrzeuge
  • 725 Liter Benzin
  • spezialisierte Kommunikationsausrüstung

Zudem beschlagnahmten die Ermittler Bankkonten, Wohnungen und Fahrzeuge, die den wichtigsten Köpfen der Organisation zugerechnet werden.

Den Festgenommenen werden unter anderem folgende Delikte vorgeworfen: Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel, Drogenhandel, Waffenhandel, unerlaubte Lagerung und Transport von Treibstoff, Einbrüche, Erpressung, Freiheitsberaubung, Schmuggel und Geldwäsche.

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