Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Britischer Premier Starmer kündigt Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige an

Keir Starmer: Strengere Social-Media-Sperre für Kinder als in Australien geplant
Keir Starmer will strengeres Social-Media-Verbot für Kinder als Australien Copyright  Toby Shepheard
Copyright Toby Shepheard
Von Gael Camba
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Australien, Kanada, Brasilien und Indonesien führen Gesetze oder Vorgaben ein, die den Zugang von Kindern zu sozialen Medien nach Alter begrenzen. Die Beschlüsse bedeuten auch: strengere Kontrollen für Erwachsene durch die Hintertür.

In Großbritannien sollen Kinder unter 16 Jahren keinen Zugang mehr zu einer Reihe von sozialen Netzwerken haben. In einer seit längerem erwarteten Erklärung kündigte Premierminister Keir Starmer an, er werde gegenhalten, falls Tech-Konzerne sich querstellen.

WERBUNG
WERBUNG

Starmer nannte zunächst keine konkreten Apps. Das Verbot soll Anfang nächsten Jahres in Kraft treten.

Er sei „nicht bereit, bei der Sicherheit und dem Wohlergehen unserer Kinder Kompromisse einzugehen“.

Mit dem Verbot schließt sich Großbritannien einer wachsenden Zahl von Staaten an, die den Online-Schutz für Kinder verschärfen. Australien, Kanada, Brasilien und Indonesien haben bereits Gesetze beschlossen oder altersabhängige Auflagen für den Zugang von Minderjährigen zu sozialen Medien angekündigt.

Länder wie Spanien, Dänemark und Südkorea prüfen oder erarbeiten ähnliche Regelungen. In Frankreich läuft eine Debatte, ob soziale Medien für Jugendliche komplett untersagt werden sollen oder nur bestimmte Plattformen.

Starmer steht wegen seiner aus Sicht parteiinterner Kritiker schwacher Führung unter Rücktrittsdruck. Er stellte die Pläne nun als „weltweit führende“ Maßnahme zum Schutz von Kindern vor. Das britische Modell soll strikter sein als das australische Verbot für Unter-16-Jährige.

Studie: 90 % der Befragten befürworten Verbot

Die Regierung forderte die Unternehmen auf, „angemessene Schritte“ zu unternehmen, um Kinder mit technischen Altersnachweisen von sozialen Netzwerken fernzuhalten. Vor der Anmeldung könnten etwa Gesichts- oder Spracherkennung, staatliche Ausweise oder Verfahren zur Altersabschätzung zum Einsatz kommen.

Starmer kündigte an, Großbritannien werde über das australische Modell hinausgehen: mit nächtlichen Sperrzeiten für ältere Jugendliche und Auflagen für KI-Chatbots.

Der Beschluss folgt auf eine öffentliche Anhörung. Die Regierung erhielt nach eigenen Angaben 116.000 Stellungnahmen von Eltern, der Tech-Branche und Kindern.

Der Auswertung zufolge sprachen sich 90 % der Eltern und auch viele Jugendliche für ein Verbot unter 16 Jahren aus, sagte Kulturministerin Lisa Nandy. Ein Verbot müsse jedoch Teil eines breiteren Maßnahmenpakets sein, ergänzte sie.

Australien: Weltweit beachtetes Verbot

In Australien dürfen seit Dezember alle Unter-16-Jährigen keine sozialen Netzwerke mehr nutzen. Kinder haben dort keinen Zugang zu Plattformen wie Tiktok, X, Instagram, Facebook, YouTube und Snapchat und dürfen auch keine neuen Konten anlegen.

Australien war damit das erste Land weltweit.

Bei Verstößen haften nicht Kinder oder Eltern. Stattdessen drohen den Plattformbetreibern bei schweren oder wiederholten Vergehen Geldbußen von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar, rund 30,2 Millionen Euro.

Die britischen Pläne könnten nicht nur das Verhältnis zu den USA weiter belasten. Kritiker warnen auch, Kinder könnten vermehrt auf inoffizielle Zugänge und Hintertüren ausweichen.

„Es besteht die reale Gefahr, dass damit einige Nutzerinnen und Nutzer auf noch problematischere Seiten abgedrängt werden, und die Kontrolle einzelner Endgeräte ist technisch kaum machbar“, sagte Jon Crowcroft, Professor für Kommunikationssysteme an der Universität Cambridge. „Plattformen zu überwachen ist deutlich einfacher. Man müsste es nur wirklich tun.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Social-Media: Von der Leyen öffnet Tür für EU-weites Verbot für Kinder

Europas junge Aktivisten wehren sich gegen pauschale Social-Media-Verbote

"Mega-Monday": Entscheidende Schritte für Ukraines und Moldaus EU-Beitritt