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Taschkent-Forum: Usbekistan lockt mit 50 Jahren Steuervergünstigungen und Finanzzentrum

Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des fünften Taschkenter Internationalen Investitionsforums in Taschkent.
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des fünften Taschkenter Internationalen Investitionsforums in Taschkent Copyright  Uzbekistan's Center for the Production of Content for Mass Media
Copyright Uzbekistan's Center for the Production of Content for Mass Media
Von Rushanabonu Aliakbarova
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Knapp 4.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern kamen in Taschkent zusammen, wo Regierungschefs, Finanzinstitute und Konzerne über Investitionen, Vernetzung und Industrie sprachen.

Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev hat bei der offiziellen Eröffnungszeremonie des Taschkenter Internationalen Investitionsforums Pläne für ein neues internationales Finanzzentrum vorgestellt. Er nannte zudem sechs vorrangige Bereiche, mit denen das Land mehr ausländische Investitionen anziehen will.

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Die Initiative soll den Rechtsschutz für Investorinnen und Investoren stärken, die Kapitalmärkte ausbauen und die industrielle Entwicklung beschleunigen.

Nach Angaben des Präsidenten soll das Zentrum auf der Grundlage eines eigenen Verfassungsgesetzes und eines besonderen Rechtsrahmens arbeiten, der sich an den Grundsätzen des englischen Common Law orientiert. Die Behörden planen zudem weitreichende Steuervergünstigungen, darunter Befreiungen von der Körperschaftsteuer, der Mehrwertsteuer, der Grundsteuer und von Zöllen für zunächst 50 Jahre.

Laziz Kudratov, Usbekistans Minister für Investitionen, Industrie und Handel, erklärte, die Initiative solle internationalen Investorinnen und Investoren ein vertrautes regulatorisches Umfeld bieten.

„Alle Unternehmen – insbesondere ausländische Finanzunternehmen –, die in Usbekistan tätig werden wollen, müssen sich nicht im Detail mit der lokalen Gesetzgebung auseinandersetzen. Sie können ihre Geschäfte nach internationalen Standards und auf Basis des Common Law abwickeln“, sagte Kudratov.

Der Minister fügte hinzu, dass die Behörden auch an einer Gesetzgebung zu alternativen Investmentfonds arbeiten.

„Wir erarbeiten außerdem ein neues Gesetz über alternative Investments. Es soll einen Rahmen schaffen, der Wagniskapital, Investitionen von Limited Partnern und General Partnern sowie Private-Equity-Anlagen in Usbekistan schützt.“

Teilnehmende besuchen die Eröffnungssitzung des fünften TIIF
Teilnehmende besuchen die Eröffnungssitzung des fünften TIIF Uzbekistan's Center for the Production of Content for Mass Media

Finanzielle Erfolge

Zum Auftakt des Forums erklärte Präsident Mirziyoyev, Usbekistan habe in den vergangenen Jahren mehr als 150 Milliarden Dollar (130 Milliarden Euro) an Auslandsinvestitionen angezogen, davon 123 Milliarden Dollar (107 Milliarden Euro) allein in den vergangenen fünf Jahren.

„Wir stehen Investorinnen und Investoren, die an einer Zusammenarbeit mit Usbekistan interessiert sind, stets offen gegenüber und sind bereit, eine gleichberechtigte, für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft aufzubauen“, sagte Mirziyoyev.

Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev hält seine Rede
Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev hält seine Rede Uzbekistan's Center for the Production of Content for Mass Media

Der Präsident verwies auf anhaltendes Wirtschaftswachstum und bessere internationale Bewertungen als Beleg für den Reformkurs des Landes.

Im vergangenen Jahr wuchs Usbekistans Wirtschaft nach Angaben der Weltbank (Quelle auf Englisch) um 7,7 %, während die Zuflüsse ausländischer Investitionen 43 Milliarden Dollar (37,4 Milliarden Euro) erreichten. Die internationalen Reserven überstiegen 70 Milliarden Dollar (60,8 Milliarden Euro), wie auf dem Forum mitgeteilt wurde.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes dürfte in diesem Jahr voraussichtlich 180 Milliarden Dollar (156,4 Milliarden Euro) übersteigen.

Mirziyoyev hob außerdem Usbekistans jüngste Fortschritte in internationalen Rankings hervor.

„Die internationale Kreditwürdigkeit Usbekistans verbessert sich Jahr für Jahr. In diesem Jahr ist unser Land im renommierten Index der wirtschaftlichen Freiheit um 14 Plätze aufgestiegen und gehört erstmals zu der Gruppe von Staaten, die als ‚moderat frei‘ gelten“, sagte er.

„Diese Erfolge sind ein greifbarer Beleg dafür, dass die usbekische Wirtschaft neuen Schwung gewinnt und in eine Phase neuer Chancen eintritt.“

Sechs Investitionsschwerpunkte

Shavkat Mirziyoyev skizzierte sechs Schwerpunkte für die künftige Zusammenarbeit mit Investorinnen und Investoren.

Dazu zählen stärkere Rechtsgarantien für Investorinnen und Investoren, der Ausbau der Kapitalmärkte und alternativer Finanzierungsinstrumente, die Ausweitung der Produktion mit hoher Wertschöpfung, eine vertiefte Zusammenarbeit bei grüner Energie und künstlicher Intelligenz, eine bessere regionale Verkehrsanbindung sowie mehr Investitionskooperationen in der Regionalentwicklung.

Die Regierung will zudem neue Gesetzgebung zu Kapitalmärkten und alternativen Investmentfonds verabschieden, staatliche islamkonforme Anleihen auflegen und das Privatisierungsprogramm fortsetzen, in dessen Rahmen in diesem Jahr Vermögenswerte im Wert von rund 6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) versteigert werden sollen.

Internationale Partnerschaften stärken

Internationale Zusammenarbeit prägte den gesamten ersten Tag des Forums.

Zu den anwesenden ausländischen Staats- und Regierungschefs gehörte Albaniens Präsident Bajram Begaj, der betonte, beide Länder verfolgten ähnliche Ziele bei regionaler Konnektivität und wirtschaftlicher Entwicklung.

„Albanien und Usbekistan haben mehr gemeinsam, als die Geografie vermuten lässt. Beide Länder investieren in Konnektivität. Beide wollen ihre Rolle in größeren regionalen Netzen ausbauen“, sagte Begaj.

„Beide verstehen, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht nur von heimischen Ressourcen abhängt, sondern auch von der Fähigkeit, Märkte zu verbinden, Investitionen anzuziehen, Innovation zu fördern und produktive Partnerschaften aufzubauen.“

Albaniens Präsident Bajram Begaj spricht während des Forums zu den Teilnehmenden
Albaniens Präsident Bajram Begaj spricht während des Forums zu den Teilnehmenden Uzbekistan's Center for the Production of Content for Mass Media

Parallel zur Plenarsitzung nahmen die Teilnehmenden an Diskussionen über nachhaltige Infrastruktur, Energiewende, industrielle Entwicklung und regionalen Handel teil.

Eine der zentralen Runden am Rande des Forums widmete sich der Strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien für Investitionen, Handel und nachhaltige Infrastrukturentwicklung.

Die Rednerinnen und Redner hoben die wachsende Zusammenarbeit der beiden Regionen in den Bereichen Verkehr, Energie und kritische Rohstoffe hervor, mit besonderem Fokus auf den Aufbau neuer Handelskorridore und die Gewinnung langfristiger Investitionen.

Nach Einschätzung der Teilnehmenden ist die Partnerschaft seit dem ersten EU-Zentralasien-Gipfel in Samarkand zu Beginn dieses Jahres in eine neue Phase eingetreten. Im Vordergrund stehen nun weniger politische Absichtserklärungen, sondern die Umsetzung konkreter Projekte.

Am Rande des Forums führte Präsident Mirziyoyev zudem eine Reihe bilateraler Gespräche mit Kasachstans Ministerpräsident Olzhas Bektenov, einer Delegation der Vereinigten Arabischen Emirate unter Leitung des Ministers für Energie und Infrastruktur Suhail Al Mazrouei, dem Chef der chinesischen Nationalen Energieverwaltung Wang Hongzhi, britischen Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern unter Leitung des Investitionsministers Lord Jason Stockwood sowie dem Vorsitzenden von ACWA Power, Mohammad Abunayyan.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Industrie, Verkehr und Investitionsprojekte.

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