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Globales Forum zu islamischem Erbe: Islam widerspricht Bild von Gewalt

Teilnehmer des Forums stellen sich für ein Gruppenfoto auf.
Forumsteilnehmer stellen sich fürs Gruppenfoto auf. Copyright  Islamic Civilization Center in Uzbekistan
Copyright Islamic Civilization Center in Uzbekistan
Von Rushanabonu Aliakbarova
Zuerst veröffentlicht am
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Mehr als 70 internationale Projekte sind beim ersten Forum zur islamischen Zivilisation in Usbekistan gestartet. Delegierte fordern mehr wissenschaftliche Zusammenarbeit, Bildung und Schutz des islamischen Erbes.

Bildung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und kultureller Austausch stehen beim ersten Internationalen Forum der islamischen Zivilisation als zentrale Instrumente des Dialogs im Mittelpunkt. In Usbekistan kommen dafür Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen zusammen, um über die Rolle des islamischen Erbes in den aktuellen weltweiten Debatten zu beraten.

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Mehr als 450 Gelehrte, religiöse Führungspersönlichkeiten, Diplomatinnen und Diplomaten sowie Forschende aus über 50 Ländern nehmen an dem fünftägigen Forum teil, das in Taschkent, Samarkand und Termez stattfindet.

Veranstalter ist das Zentrum für islamische Zivilisation in Usbekistan. Im Fokus stehen der Beitrag der islamischen Zivilisation zu Wissenschaft, Bildung und geistigem Leben sowie neue Formen internationaler akademischer Zusammenarbeit.

In einer Botschaft zur Eröffnung des Forums erklärte der usbekische Präsident Schawkat Mirziyoyev, die Welt befinde sich in einer Phase tiefgreifender Umbrüche, geprägt von Konflikten, Misstrauen, Extremismus und Islamfeindlichkeit.

Wissenschaft, Bildung, Kultur und gemeinsame moralische Werte blieben, so Mirziyoyev, zentrale Grundlagen für Frieden, Dialog und nachhaltige Entwicklung.

Bildung statt Spaltung

Für die Organisatorinnen und Organisatoren gehört es zu den wichtigsten Zielen des Forums, weitverbreitete Vorstellungen infrage zu stellen, die Islam mit Gewalt oder Extremismus verbinden. Sie stellen dem ein über Jahrhunderte gewachsenes Erbe an Gelehrsamkeit und wissenschaftlichen Leistungen gegenüber.

Teilnehmende aus über 50 Ländern besuchen das Internationale Forum der islamischen Zivilisation
Teilnehmende aus über 50 Ländern besuchen das Internationale Forum der islamischen Zivilisation Islamic Civilization Center in Uzbekistan  

„Das Hauptziel dieses Forums ist es, den Beitrag muslimischer Gelehrter zur Weltzivilisation erneut sichtbar zu machen und zu zeigen, dass der Islam stets zu Wissen, Bildung und Humanismus aufgerufen hat“, sagte Rustam Jabborov, wissenschaftlicher Sekretär des Zentrums für islamische Zivilisation in Usbekistan, gegenüber Euronews.

„Den Islam mit Gewalt oder Extremismus zu verbinden, widerspricht seinem Wesen.“

Wissenschaftliches Erbe prägt die Gegenwart

In den Diskussionen steht vor allem das Erbe zentralasiatischer Gelehrter im Mittelpunkt, deren Arbeiten Mathematik, Astronomie, Medizin und Philosophie nachhaltig verändert haben.

Nach Ansicht von Salem bin Mohammed Al‑Malik, Generaldirektor der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ICESCO), wirkt dieser Einfluss bis heute fort.

Dr. Salem bin Mohammed Al‑Malik, Generaldirektor der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, während des Forums.
Dr. Salem bin Mohammed Al‑Malik, Generaldirektor der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, während des Forums. Islamic Civilization Center in Uzbekistan

„Künstliche Intelligenz könnte ohne die Grundlagen, die Al‑Chwarizmi geschaffen hat, nicht existieren. Die Astronomie wäre ohne Ulugh Beg und Al‑Biruni nicht dort, wo sie heute steht. Wir müssen stolz auf unsere islamischen Gelehrten sein.“

Das Forum untersucht zudem, wie künstliche Intelligenz dabei helfen kann, Manuskripte zu bewahren, zu katalogisieren und zu erforschen. Parallel dazu werden Initiativen diskutiert, die akademischen Austausch und internationale Forschungspartnerschaften ausbauen sollen.

Gelehrsamkeit in der modernen Welt

Abdul‑Ati Al‑Sharqawi, Vorsitzender des Kuratoriums der Science Foundation for the Revival of Heritage and Digital Services in London und Kairo, betonte, dass das wissenschaftliche Erbe Usbekistans weit über die Landesgrenzen hinausreiche.

„Dieses Land hat einst große Wissenschaft, Literatur und Kreativität in die ganze Welt getragen“, sagte er.

Nach Angaben Al‑Sharqawis haben Forschende nahezu 100.000 Manuskripte identifiziert, die Gelehrte aus Transoxanien verfasst haben und die heute in Bibliotheken weltweit liegen. Immer wieder kommen neue Funde hinzu.

Kürşad Zorlu, stellvertretender Vorsitzender der türkischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK‑Partei), bezeichnete das Forum als weiteres Zeichen für die wachsende Rolle Usbekistans in der islamischen und der türkischen Welt.

Delegierte nehmen an der Eröffnung des Internationalen Forums der islamischen Zivilisation in Taschkent teil.
Delegierte nehmen an der Eröffnung des Internationalen Forums der islamischen Zivilisation in Taschkent teil. Islamic Civilization Center in Uzbekistan

„Mit der Kraft von mehr als 3.000 Jahren Geschichte ist Usbekistan heute zu einem der wichtigen Zentren der islamischen Zivilisation geworden. In diesem Sinne ist Usbekistan für die Türkei von großer Bedeutung.“

Das Programm läuft noch bis zum zehnten Juli. Die Teilnehmenden wollen in dieser Zeit mehr als 70 gemeinsame Initiativen vorstellen, an denen Universitäten, Museen, Forschungseinrichtungen und internationale Organisationen beteiligt sind.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem die geplante Verabschiedung der Taschkent‑Erklärung und Gespräche über künftige Kooperationen in Forschung, Manuskriptpflege, Bildung und digitalen Technologien.

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