Der Ausbruch des Ätna legt den Flugverkehr über Sizilien lahm. Der Flughafen Catania-Fontanarossa ist vorübergehend geschlossen, Asche erreicht Malta und Libyen.
Der Ätna-Ausbruch dauert bereist knapp eine Woche an und sorgt mitten in der Hochsaison weiter für Chaos im sizilianischen Luftraum.
Der Flughafen Catania-Fontanarossa stellte am Mittwoch den gesamten Flugverkehr ein. Alle Starts und Landungen waren zunächst bis 18 Uhr gestrichen.
Nach Angaben des Flugbetriebs-Trackings wurden bislang rund 55 Abflüge gestrichen. Sie kommen zu etwa 388 Verbindungen hinzu, die seit Beginn des Ausbruchs bis zum Vortag ausgefallen sind.
Zahlreiche Flüge wurden umgeplant oder auf andere Flughäfen der Region umgeleitet, vor allem nach Palermo, Trapani und Comiso.
Am Flughafen Comiso ruhten die Aktivitäten am Mittwochmorgen wegen der Vulkanasche für einige Stunden, bis 10 Uhr. Danach nahm der Airport den Betrieb wieder auf, Starts und Landungen liefen erneut an.
Ätna sorgt auch jenseits der Grenzen für Einschränkungen
Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan und liegt rund 220 Kilometer nördlich von Malta. Die Folgen seines Ausbruchs reichen inzwischen über Italiens Grenzen hinaus.
Die Aschewolken zwangen mehrere Maschinen von und nach Malta, ihre Flugroute zu ändern.
Die Störungen wirkten sich auch auf lokale Feierlichkeiten auf der Insel aus. Die Socjeta Muzikali La Stella Levantina in Attard verschob am Dienstag ein geplantes Feuerwerk für die Santa-Marija-Feierlichkeiten.
Die Gesellschaft erklärte, der Abschussplatz für die Feuerwerkskörper liege nahe der Anflugroute auf die Landebahn und man habe nach Rücksprache mit den Behörden beschlossen, das Spektakel zu verschieben, solange die betrieblichen Einschränkungen am Flughafen gelten.
Das Volcanic Ash Advisory Center im französischen Toulouse (VAAC) meldet, dass die Aschewolke des Vulkans weiter nach Süden und Südwesten driftet.
Nach dem VAAC-Bulletin von Dienstagabend bleibt die höchste Aschekonzentration über Sizilien, während geringere Mengen zwischen dem Osten Maltas und sogar bis in den Norden Libyens registriert werden.
Flugchaos wird zur politischen Streitfrage
Der Flughafen Catania liegt nur wenige Kilometer vom Vulkan entfernt und musste in den vergangenen Wochen mehrfach schließen. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder nach Palermo umgeleitet, mitten in der Hochsaison. Die wiederholten Unterbrechungen haben eine politische und infrastrukturelle Debatte neu entfacht.
Nun meldete sich der Minister für Zivilschutz und Meerespolitik, Nello Musumeci, zu Wort.
„Was wir in diesen Tagen an den Flughäfen von Catania und Comiso erleben, mit Annullierungen, Verspätungen und erheblichen Beeinträchtigungen für Tausende Bürgerinnen, Bürger und Touristen mitten in der Feriensaison, macht ein Problem erneut sichtbar, das Sizilien seit Langem kennt“, erklärte der Minister.
Der Minister betonte, er habe dieses Problem schon in seiner Zeit als Präsident der Provinz Catania angesprochen. Damals legte er einen Entwicklungsplan für den sizilianischen Flughafen vor, der jedoch keine Mehrheit fand.
„Bereits 1999, als Präsident der Provinz Catania, habe ich auf die Grenzen des Flughafens Fontanarossa und seine besondere Verwundbarkeit durch die Nähe zum Ätna hingewiesen“, sagte er.
„Wir beschränkten uns nicht darauf, das Problem zu benennen. Wir nahmen in den territorialen Provinzplan den Vorschlag auf, den Flughafen zu verlegen. Außerdem ließen wir eine Vorstudie für einen neuen Flughafen in der Ebene zwischen Catania und Enna ausarbeiten, gedacht für sieben Provinzen von neun.“
„Für diese Idee fand ich keinen Rückhalt“, fügte Musumeci hinzu und erklärte, er sei auch als Präsident der Region darauf zurückgekommen, sei aber auf den Widerstand der Betreibergesellschaft und die Gleichgültigkeit der Kommunen gestoßen.
„Die Ereignisse dieser Tage zeigen nur eines: Nicht der Vulkan steht am falschen Ort, sondern der Flughafen.“