Drei Festgenommene und ihre Opfer kamen mit dem jüngsten Massenandrang aus Marokko nach Ceuta. Zwei Männer sitzen wegen mutmaßlichen sexuellen Übergriffen auf Minderjährige in U-Haft, ein Richter weist den dritten aus.
Drei marokkanische Staatsbürger, die bei der jüngsten Massenankunft aus Marokko nach Ceuta gekommen sind, hat die Polizei wegen des Verdachts auf Sexualdelikte festgenommen. Justiz und Sicherheitskräfte untersuchen mehrere Anzeigen, die seit Ende Juli eingegangen sind. Die Opfer sind ebenfalls Migranten.
Die Festnahmen folgten auf Anzeigen mehrerer marokkanischer Minderjähriger, die nach dem Grenzübertritt und ihrem Aufenthalt in der Autonomen Stadt von sexuellen Übergriffen berichteten. Die Nationalpolizei zählte bis zum elften August sechs Anzeigen von Minderjährigen, wie die Behörde dem Presseportal „Maldita.es“ bestätigte.
Sowohl die Anzeigeerstatterinnen als auch die mutmaßlichen Täter sollen während der Massenankunft Ende Juli aus Marokko nach Ceuta gelangt sein. Die Fälle werden einzeln untersucht. Die Ermittler wollen die Umstände jeder Anzeige klären und die Verantwortung der mutmaßlichen Täter bestimmen.
Ceuta: Zwei in Haft, Abschiebung für dritten Beschuldigten
Von den drei Festgenommenen sitzen zwei in Untersuchungshaft. Ein Richter hat die Abschiebung des dritten Mannes angeordnet, wie aus den bisher bekannten Gerichtsentscheidungen in Ceuta hervorgeht.
Die beiden Haftbefehle betreffen Fälle mit minderjährigen Opfern. Einer der Beschuldigten steht unter dem Verdacht, eine Minderjährige vergewaltigt zu haben. Außerdem wirft man ihm ein Delikt gegen die öffentliche Gesundheit vor: Er soll das Opfer zum Verkauf von Drogen gezwungen haben. Das Ermittlungsgericht Nummer vier in Ceuta ordnete für ihn Untersuchungshaft ohne Kaution an.
Die zweite Inhaftierung ging auf eine Entscheidung des Ermittlungsgerichts Nummer fünf zurück. In diesem Verfahren geht es um eine mutmaßlichen sexuelle Belästigung einer weiteren Minderjährigen.
Im dritten Verfahren beschuldigt eine erwachsene Frau einen Mann, sie unsittlich berührt zu haben. Der Beschuldigte lebte ohne gültige Papiere in Spanien. Das Ermittlungsgericht Nummer vier ordnete seine Abschiebung an.
Seit Massenankunft mehrere Anzeigen wegen sexueller Gewalt
Die Lage der minderjährigen Migrantinnen, die nach Ceuta gekommen sind, gilt inzwischen als eines der heikelsten Themen der Grenzkrise. Medizinische Dienste haben bereits vergangene Woche mindestens vier minderjährige Migrantinnen wegen möglicher sexueller Übergriffe behandelt. Die Gerichte der Stadt verzeichneten zudem mindestens sechs Anzeigen im Zusammenhang mit solchen Delikten.
Eines der ersten bekannt gewordenen Verfahren begann, nachdem eine Minderjährige, die während der Massenankunft nach Ceuta gelangt war, einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff angezeigt hatte. Die Nationalpolizei übernahm daraufhin die Ermittlungen.
Die Untersuchung dieser Fälle läuft, während die Behörden versuchen, die Lage der in Ceuta verbliebenen Minderjährigen zu ordnen und die Umstände der angezeigten Taten zu klären.