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IFA 2026: Haier blickt über das Smart Home hinaus

Stefan Streit, Marketingchef von TCL Europe, im Euronews-Gespräch auf der IFA 2026 in Berlin
IFA 2026 in Berlin: TCL-Europe-Marketingchef Stefan Streit im Gespräch mit Euronews Copyright  Euronews
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Von Donogh McCabe & Sonja Issel
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Von KI-gesteuerten Geräten bis zu humanoiden Robotern: Haier nutzt die IFA 2026, um seine Vision des „intelligenten Zuhauses“ zu zeigen. Euronews sprach mit Haier-Europe-Chef Neil Tunstall darüber, was nach dem Smart Home kommt – und wie schnell Ideen Realität werden könnten.

„The Future is Now“ lautet das Motto der diesjährigen IFA. Der chinesische Hausgeräte- und Unterhaltungselektronikkonzern Haier bringt seine eigene Version dieses Leitgedankens nach Berlin – unter dem Slogan „Home of Intelligent Possibilities“.

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Das Unternehmen nutzt die IFA 2026, um seine Vision des intelligenten Wohnens zu zeigen: ein Zuhause, in dem vernetzte Geräte und KI nicht nur unterstützen, sondern vorausschauend handeln.

Euronews hat mit Neil Tunstall, dem Chef von Haier Europe, darüber gesprochen, was nach dem Smart Home kommt – und wie schnell diese Ideen Wirklichkeit werden könnten.

Jenseits des Smart Home

Die Idee geht einen Schritt weiter als das Smart Home hin zu dem, was Haier das „intelligente Zuhause“ nennt – einem System, das sich an Menschen statt an Produkten orientiert.

Statt einzelne Geräte ins Zentrum zu stellen, will das Unternehmen vernetzte Systeme rund um die Nutzer und ihre täglichen Bedürfnisse entwickeln.

Besucherinnen und Besucher erkunden Haiers Küchentechnik auf der IFA 2026 in Berlin.
Besucherinnen und Besucher erkunden Haiers Küchentechnik auf der IFA 2026 in Berlin. Euronews

Ein großer Teil dieser Vision soll Technik intuitiver machen und den Aufwand verringern, den Menschen in alltägliche Hausarbeiten stecken müssen.

„Beim Kochen sehe ich großes Potenzial: Das Gerät kann erkennen, was sich darin befindet, sicherstellen, dass es richtig zubereitet wird und die Unsicherheit nehmen von Menschen, die etwas in den Ofen schieben und hoffen, dass es gelingt“, sagte Tunstall.

„Das Produkt übernimmt das künftig für Sie. Und hoffentlich heißt das, dass wir das Essen zu Hause wieder viel mehr genießen können.“

Nachhaltigkeit im intelligenten Zuhause

Den Alltag zu erleichtern ist aber nicht der einzige Grund, warum Haier in immer intelligentere und stärker vernetzte Geräte investiert. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, sagt Tunstall.

„Wenn man den gesamten Lebenszyklus betrachtet – von der Produktion über die Logistik, die Lastwagen auf den Straßen –, dann ist der wichtigste Punkt für unsere Branche die Nutzung“, erklärte er. „Wir stellen elektrische Geräte her. Sie verbrauchen viel Strom und Wasser.“

Für Tunstall gehört zur Verringerung der Umweltbelastung auch der Blick darauf, wie die Geräte im Haushalt eingesetzt werden. Smarte Technologie soll dort helfen, den Energieverbrauch effizienter zu steuern.

Haiers „End-to-End-Innovation“

Auch in der Fertigung steht Nachhaltigkeit im Fokus. Haier bezeichnet seinen Ansatz als „End-to-End-Innovation“: Künstliche Intelligenz und Daten kommen in allen Phasen der Entwicklung, Produktion und Auslieferung der Geräte zum Einsatz.

„Uns steht eine große Menge an Daten zur Verfügung“, sagte Tunstall. „Wir sehen, wie Menschen unsere Produkte nutzen, welche Programme sie wählen, wie sie die Waschmaschine beladen, was sie damit tun. All diese Daten fließen zusammen und ermöglichen uns, neue Anwendungsfälle und neue Lösungen zu entwickeln.“

Laut Tunstall will Haier diese Informationen nicht nur für die Produktentwicklung nutzen, sondern auch, um Herstellung und Auslieferung effizienter zu gestalten.

Haiers vernetzte Küche auf der IFA 2026 in Berlin.
Haiers vernetzte Küche auf der IFA 2026 in Berlin. Euronews

Um diese Technologien weiter voranzutreiben, plant Haier in den kommenden Jahren hohe Investitionen.

„In den nächsten fünf Jahren investieren wir 13 Milliarden in KI, Robotik, Forschung und Entwicklung, fortschrittliche Ingenieurtechnik und all diese Bereiche“, sagte Tunstall.

Die Investitionen sollen die Entwicklung und Einführung neuer Technologien über das gesamte Haier-Sortiment hinweg beschleunigen, erklärt Tunstall.

„Wir wollen Innovationen schaffen, die unseren Kundinnen und Kunden sowie unseren Handelspartnern mehr Mehrwert bieten“, sagte er. „Diese 13 Milliarden beschleunigen, wie schnell wir Neues auf den Markt bringen können. In allen Produktkategorien werden wir dank dieser Investition schneller neue Ideen und neue Anwendungen entwickeln.“

„Wir wollen den Menschen nicht ersetzen“

Tunstall hat eine klare Vorstellung davon, wohin diese Entwicklung führen könnte. Auf längere Sicht könnten vernetzte Geräte durch humanoide Roboter ergänzt werden. Entscheidend ist für ihn, dass der Mensch dabei nicht auf der Strecke bleibt und kein „Science-Fiction“-Szenario entsteht, in dem Roboter einfach alles übernehmen.

„Wir versuchen nicht, den Menschen zu ersetzen“, betonte Tunstall.

„Aber es gibt grundlegende Aufgaben, die Roboter übernehmen können. Heute schon saugen Staubsaugerroboter die Wohnung, andere Roboter mähen den Rasen. Und viele einfache Tätigkeiten, die wir selbst erledigen müssen, werden Roboter künftig gemeinsam mit KI für uns übernehmen.“

Beim Zeitrahmen ist Tunstall überzeugt, dass diese Zukunft näher ist, als es wirkt.

„Unsere Branche wird solche Innovationen sehr schnell hervorbringen“, sagte er. „Die Dinge entwickeln sich schneller, als wir glauben.“

Noch ist die Technik nicht vollständig ausgereift. Tunstall ist jedoch zuversichtlich, dass sie bald bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt – nicht nur in Übersee, sondern auch hier in Europa.

„Wir müssen diese Lösungen vermarkten und in den Handel bringen“, sagte er. „Sie sind noch nicht verfügbar, aber in unserer Branche werden sie schon sehr bald zu sehen sein.“

Von der Innovation zum Markt

Neue Technologien auf den Markt zu bringen heißt auch, sie an sehr unterschiedliche Verbraucher anzupassen. Für Tunstall ist Haiers globale Präsenz ein Vorteil: Das Unternehmen kann Technologien und Komponenten für viele Märkte entwickeln und die darauf basierenden Produkte an lokale Gewohnheiten und Bedürfnisse anpassen.

„Chinesische Kundinnen und Kunden kochen völlig anders als britische, wie Sie sich denken können“, sagte er Euronews.

Diese Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Kontinenten. Auch in Europa existiert laut Tunstall kein einheitlicher „europäischer“ Verbraucher.

„Französische Verbraucher sind anders als deutsche, englische wiederum sehr anders als italienische“, erklärte Tunstall. „Selbst innerhalb Europas gibt es nicht den einen Konsumenten, sondern viele verschiedene Profile. Wir müssen wirklich genau hinhören und jedem Einzelnen das Produkt anbieten, das er haben möchte.“

Noch bleiben einige Ideen von Haier Konzeptstudien. Tunstall deutet jedoch an, dass Besucherinnen und Besucher nicht lange warten müssen, um zu sehen, welche davon den Sprung von der Messehalle in den Handel schaffen.

„Wir sind auch im nächsten Jahr wieder hier“, sagte er. „Vielleicht bringen wir dann einige der Dinge auf den Markt, die wir heute nur als Konzept zeigen.“

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