Aufnahmen zeigen Demonstrierende, die Sicherheitskräfte bedrängen und mit ihnen rangeln, Gegenstände werfen und Absperrungen niederreißen. Kurz darauf setzt die Gendarmerie Tränengas ein.
Die Kundgebung beginnt zunächst friedlich auf dem Siegesplatz (Piața Victoriei), wo sich Landwirte versammeln, um gegen Probleme im Vieh- und Ackerbausektor zu protestieren. Die Lage spitzt sich zu, als einige Demonstrierende versuchen, die Straßen rund um den Platz zu blockieren und auf Gendarmen treffen. Die Einsatzkräfte reagieren mit Tränengas.
Zu dem Protest rufen rumänische Schafhalter und andere Agrarproduzenten auf; mehrere Hundert bis über 1.000 Menschen nehmen teil. Die Organisatoren bitten die Demonstrierenden, Schafe, Traktoren und Heuballen mitzubringen. Auflagen verhindern jedoch, dass lebende Tiere und schwere Maschinen in den Bereich der Kundgebung gelangen.
Die Landwirte wenden sich gegen ein EU-weites Verbot von Lebendexporten von Schafen und Ziegen aus Rumänien, das nach Ausbrüchen von Peste des petits ruminants und Schafpocken bis zum 31. Dezember 2026 verlängert ist. Sie fordern zudem höhere Entschädigungen für gekeulte Tiere wegen der Ausbrüche sowie für Ernten, die von Dürre betroffen sind.
Protestierende verlangen außerdem den Rücktritt von Alexandru Bociu, dem Leiter der rumänischen Nationalen Behörde für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit (ANSVSA), wegen seines Umgangs mit der epidemiologischen Lage.
Mindestens drei Demonstrierende benötigen nach dem Einsatz von Tränengas medizinische Hilfe und werden noch vor Ort versorgt. Die Behörden melden keine verletzten Ordnungskräfte, jedoch werden zwei Teilnehmer zur Vernehmung auf eine Polizeiwache gebracht.
Der Verkehr rund um den Platz, inklusive der Victoria-Unterführung und des Kiseleff-Boulevards, ist für mehrere Stunden blockiert, bevor er wieder freigegeben wird.