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Die Toten kommen zurück: Mexiko feiert den Día de Muertos

Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Umzug zum Tag der Toten in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto: AP/Rebecca Herrera)
Verkleidete Teilnehmer nehmen am jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, teil. (Foto: AP/Rebecca Herrera) -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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In Mexiko steht an den Tagen der Toten nicht die Trauer im Mittelpunkt, sondern die Erinnerung an Verstorbene. Warum das Fest weit mehr ist als ein mexikanisches Halloween.

Orangefarbene Blüten bedecken die Straßen, Friedhöfe leuchten im Schein hunderter Kerzen und Altäre sind voll mit Fotos, Speisen und Familienerinnerungen. In Mexiko feiern die Menschen jedes Jahr den Día de Muertos, den Tag der Toten. Im Mittelpunkt steht das Gedenken an Verstorbene als Teil des Familien- und Gemeinschaftslebens.

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Die Feierlichkeiten beginnen Ende Oktober und dauern bis Anfang November. Die wichtigsten Tage sind der 1. und 2. November. Nach der Tradition kehren die Seelen der Verstorbenen in diesen Tagen vorübergehend in die Welt der Lebenden zurück, um bei ihren Angehörigen zu sein.

Der Día de Muertos ist weit mehr als ein Tag der Trauer. Er ist auch eine Gelegenheit, gemeinsam zu essen, Familiengeschichten zu erzählen und die Erinnerung an Verstorbene lebendig zu halten.

Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera)
Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Woher stammt der Día de Muertos?

Der Día de Muertos, wie er heute in Mexiko gefeiert wird, entstand in der Kolonialzeit aus den katholischen Festen Allerheiligen und Allerseelen. In diese Feiern flossen Glaubensvorstellungen und Bestattungsbräuche der indigenen Völker ein.

Bei den Mexica glaubte man etwa an Mictlán, die Unterwelt, die bestimmte Verstorbene nach einem Weg voller Prüfungen erreichten. Auch das Verhältnis von Leben und Tod sowie die Zyklen der Natur spielten in diesen Kulturen eine wichtige Rolle.

Die heutige Feier ist seit der vorkolonialen Zeit keineswegs unverändert geblieben. Symbole, Speisen und Rituale haben sich über Jahrhunderte entwickelt und Einflüsse aus indigenen, europäischen und zeitgenössischen Traditionen aufgenommen. Die UNESCO hebt zudem hervor, dass die traditionellen indigenen Feste mit dem Ende des jährlichen Maisanbauzyklus verbunden sind. Mais gehört zu den Grundnahrungsmitteln Mexikos.

Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera)
Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Was passiert am 1. und 2. November?

Traditionell wird am 1. November an verstorbene Kinder erinnert. In einigen Gemeinschaften werden sie „angelitos“ genannt, kleine Engel. Der 2. November ist besonders den Erwachsenen gewidmet.

Die Familien bereiten Opfergaben vor, schmücken Gräber und kommen zusammen, um an ihre Verstorbenen zu denken. Nach der Tradition kehren diese an den Festtagen kurz zu ihren Familien zurück. Die Daten und Rituale unterscheiden sich je nach Region, denn in Mexiko gibt es nicht nur eine einzige Form, den Día de Muertos zu feiern.

Altäre, Blumen und Catrinas

Eine der wichtigsten Traditionen ist das Herrichten von Totenaltären. Familien stellen dort Fotos ihrer Verstorbenen auf, zünden Kerzen an und legen Wasser, Speisen und persönliche Gegenstände bereit. Jedes Element hat eine Bedeutung: Kerzen sollen den Seelen den Weg weisen, Wasser soll ihren Durst stillen und Essen soll sie symbolisch willkommen heißen.

Besonders wichtig ist die Cempasúchil-Blume. Ihr kräftiges Gelb und Orange soll die Verstorbenen nach der Tradition zurück in die Welt der Lebenden führen. Die Blütenblätter schmücken Altäre, Gräber und symbolische Wege.

Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera)
Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Weitere Bräuche sind „pan de muerto“, ein süßes Gebäck, das oft mit Knochenmotiven verziert ist, sowie die Catrinas, elegante Skelettfiguren. Der Maler Diego Rivera machte sie auf Grundlage einer Karikatur von José Guadalupe Posada populär. Viele Familien besuchen zudem Friedhöfe, schmücken Gräber mit Blumen und Kerzen und verbringen in manchen Gemeinden die Nacht dort, mit Gebeten, Musik und Erinnerungen.

In Mexiko-Stadt hat sich der große Día-de-Muertos-Umzug zu einer wichtigen touristischen Attraktion entwickelt. Die Feier selbst hat eine lange Geschichte, der Massenumzug entstand jedoch erst 2016, angeregt durch eine Szene aus dem James-Bond-Film „Spectre“ aus dem Jahr 2015.

Ist der Día de Muertos dasselbe wie Halloween?

Nein. Die Feste finden zwar in einer ähnlichen Zeit statt und teilen einige Todessymbole, doch ihre Ursprünge und Bedeutungen sind verschieden. Halloween am 31. Oktober hat Wurzeln in europäischen Traditionen und ist heute vor allem mit Verkleidungen, Kürbissen und dem Sammeln von Süßigkeiten verbunden.

Der mexikanische Día de Muertos konzentriert sich dagegen darauf, verstorbene Familienmitglieder zu erinnern und ihre Seelen symbolisch zu empfangen. Altäre, Opfergaben und Familientreffen stehen im Mittelpunkt. Auch wenn es bei beiden Festen Kostüme und Schminke gibt, sind sie nicht gleichbedeutend.

Unterschied zum Allerheiligentag in Spanien

In Spanien wird am 1. November Allerheiligen gefeiert, ein katholisches Fest zu Ehren aller Heiligen. Auch dort ist es üblich, Friedhöfe zu besuchen, Blumen auf Gräber zu legen und der Verstorbenen zu gedenken. Am 2. November begeht die katholische Kirche Allerseelen, einen Tag, der ausdrücklich den Verstorbenen gewidmet ist.

Der Hauptunterschied liegt in den Bräuchen und in der Art, wie das Fest erlebt wird. In Spanien gehören vor allem Friedhofsbesuche und geschmückte Gräber dazu. In Mexiko sind darüber hinaus häusliche Altäre, Speiseopfer und der Glaube an die vorübergehende Rückkehr der Seelen besonders wichtig.

Beide Feste verbinden religiöse und familiäre Elemente. Der mexikanische Día de Muertos trägt jedoch eine indigene Tradition in sich, die ihm eine eigene kulturelle Identität gibt.

Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera)
Verkleidete Teilnehmer ziehen beim jährlichen Día-de-Muertos-Umzug in Mexiko-Stadt am Samstag, 31. Oktober 2026, vorbei. (Foto AP/Rebecca Herrera) Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Warum das Fest zum Weltkulturerbe gehört

Die UNESCO erklärte die indigenen Feste zu Ehren der Toten in Mexiko 2003 zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. 2008 wurden sie in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Mit der Anerkennung betont die UNESCO, wie wichtig die Feiern sind, um die Erinnerung an die Vorfahren zu bewahren, familiäre und gemeinschaftliche Bindungen zu stärken und Traditionen von Generation zu Generation weiterzugeben.

Der Día de Muertos ist deshalb weit mehr als ein Fest voller Schädel und Blumen. Er ist eine Form, Verstorbene präsent zu halten und ihre Erinnerung an die kommenden Generationen weiterzugeben.

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