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Kein Zusammenhang zwischen belgischer und französischer Polizeiaktion

Kein Zusammenhang zwischen belgischer und französischer Polizeiaktion
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euronews: Vincent Seron, Sie unterrichten Kriminologie an der Universität in Lüttich. Allem Anschein nach gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Frankreich, Deutschland und Belgien, sie fanden beinahe gleichzeitig statt. Ist dies die Schlussfolgerung, die wir ziehen können?

Vincent Seron: Angaben der belgischen Bundesbehörden und der Staatsanwaltschaft zufolge stehen die einzelnen Polizeiaktionen in keinerlei Zusammenhang. Einen solchen gibt es auch zwischen den Vorfällen in Belgien und den Terroranschlägen der vergangenen Tage in Paris nicht, obwohl es zu einem Automatismus geworden ist, diese miteinander zu verbinden. Es ist somit ein Zufall, dass mögliche Terroranschläge in diesen oder in den nächsten Tagen geplant waren.

euronews: Die Regierungen haben Sicherheitsvorkehrungen gegen den terroristischen Wahnsinn angekündigt: Radikalisierte Häftlinge sollen von anderen Gefangenen getrennt, Reisepässe sollen eingezogen werden undsoweiter. Wird das Wirkung zeigen?

Vincent Seron: Eilige politische Entscheidungen sollten vermieden werden. Blickt man auf die Anti-Terror-Gesetze zurück, mit denen vor allem Frankreich in der Vergangenheit reagierte, wird deutlich, dass sie wenig genützt haben. Auch ist davon die Rede, die Radikalisierung in den Gefängnissen zu vermeiden, es geht somit darum, die Häftlinge getrennt in Gefängnissen im Norden und im Süden des Landes unterzubringen.

euronews: Ist das keine Lösung?

Vincent Seron: Nimmt man die Faktoren näher in Augenschein, die zur Radikalisierung führen, stellt sich heraus, dass sich die jungen Täter von dem Rest der Bevölkerung entfremdet haben. Will man diesen Bruch aber kitten, kann das nicht dadurch geschehen, dass man die Menschen in Strafanstalten isoliert, wo sich ebenfalls Gefangene mit terroristischen Tendenzen im Vollzug befinden.