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Der Wolf, das Lamm, der Landwirt und die EU

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Der Wolf, das Lamm, der Landwirt und die EU

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In Europas Wälder und Wildnis kehren die Wölfe zurück. Von mehr als 10.000 Exemplaren gehen Umweltschützer inzwischen aus, und sie freuen sich darüber, denn der Wolf ist ein Stück weit Symbol für eine intakte Natur in Europa. Die jahrelangen Schutzbemühungen zahlen sich aus... nicht jedoch in den Augen vieler Landwirte, denen der Wolf die Nutztiere reißt.

"Viele Landwirte sind sehr frustriert", erzählt Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband aus seiner Arbeit, "sie fühlen eine ständige Bedrohung für ihre Herden. Wir wollen eine aktive Regulierung der Bestände, einen Regulierungsplan für die Wölfe in Deutschland. Das hieße auch, in manchen Fällen Wölfe zu schießen und den Bestand zu verringern."

In Deutschland haben sich die Wölfe seit Anfang des Jahrtausends wieder angesiedelt. Seitdem haben sie mehr als 2000 Nutztiere gerissen, hauptsächlich Schafe. Abgeschossen werden dürfen sie nur in ganz seltenen Fällen. Später als die meisten anderen Länder vermeldet jetzt auch Belgien eine Rückkehr des Wolfes.

"Es ist traurig, dass die Menschen immer noch glauben, Wölfe seien gefährlich. Aber sie sind nicht gefährlich", so Frederik Thoelen vo WelkomWolf in Belgien. "In unserem Land, wo wir zwei Wölfe haben, experimentieren die Menschen mit unterschiedlichen Zäunen, um ihre Schafe vor dem Wolf zu schützen. Wenn man gute Zäune und andere Mittel verwendet, um den Wolf fernzuhalten, ist ein Zusammenleben mit diesen Fleischfressern wunderbar möglich. Aber dafür braucht guten Willen."

Guten Willen von staatlicher Seite gibt es. So werden Landwirte für Verluste durch den Wolf entschädigt. Das kostet jährlich Millionen, und so mancher Politiker fordert ebenfalls Abschussquoten für den Wolf.

Das europäische Parlament hat am Mittwoch unterdessen einen Wolfsexperten aus Norwegen angehört. Bisher genießt der Wolf jedenfalls den besonderen Schutz des EU-Rechts.