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Pasolini-Retrospektive: Rückblick auf ein unbequemes Werk

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Pasolini-Retrospektive: Rückblick auf ein unbequemes Werk

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Er ging als Provokateur in die Filmgeschichte ein: Pier Paolo Pasolini. In Werken wie „Die 120 Tage von Sodom“ blickte er schonungslos in die Abgründe der Menschheit und insbesondere des Faschismus. 1975 wurde der italienische Schriftsteller und Regisseur ermordet. In Athen ist ihm nun eine Retrospektive gewidmet.

“Pier Paolo Pasolini ist einer der einflussreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Seine Persönlichkeit verband häretischen Marxismus mit Christentum. Seine Arbeit ist auch heute noch relevant, wo wir den Aufstieg neofaschistischer Kräfte mehr denn je erleben", sagt Maria Komninos vom Griechischen Filmarchiv, das die Werkschau organisiert. Diese läuft noch bis 20. September.

Pasolinis Lieblingsdarsteller war Ninetto Davoli. Der Italiener wirkte in neun seiner Filme mit. Zur Retrospektive ist er nach Griechenland gereist. "Pier Paolo Pasolini hat mit seinen Filmen das Kino ganz maßgeblich geprägt – auch wenn die Zuschauer zu seiner Zeit sein Werk nicht ganz verstanden. Noch heute sind seine Filme für einige verstörend. Die Menschen liebten Pier Paolo und hassten ihn gleichzeitig. Es ist mir eine große Freude, zu sehen, dass heute viele junge Menschen seine Arbeit schätzen. Denn das bedeutet, dass sie heute all die Probleme verstehen, über die er mit seinen Filmen vor 50 Jahren sprechen wollte", so Davoli.

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