Trotz Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran betont Netanjahu, Israel sei jederzeit kampfbereit. Militärische Ziele gegen Irans Atomprogramm und Raketenarsenal seien noch nicht erreicht – der Finger bleibe am Abzug.
israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Mittwoch, Israel sei trotz des Waffenstillstands zwischen Teheran und Washington weiterhin bereit, den Iran notfalls militärisch zu bekämpfen.
"Lassen Sie es mich klar sagen: Wir haben noch Ziele zu erreichen, und wir werden sie erreichen – entweder durch ein Abkommen oder durch neue Kämpfe", sagte Netanjahu in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.
"Wir sind jederzeit bereit, wieder in den Kampf einzutreten, wenn es erforderlich ist. Unser Finger bleibt am Abzug. Dies ist nicht das Ende der Kampagne, sondern ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Erreichung all unserer Ziele."
Der Iran gehe geschwächt in diese Pause, so Netanjahu, "angeschlagen und schwächer denn je".
Zugleich wies er Kritik aus der Opposition zurück, die ihm vorwarf, dem Waffenstillstand zugestimmt zu haben, bevor Israels Kriegsziele erreicht worden seien.
"Wie Sie wissen, trat gestern Abend ein vorübergehender zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Kraft – in voller Abstimmung mit Israel", sagte Netanjahu. "Nein, wir wurden nicht im letzten Moment überrascht."
Israels wichtigster Oppositionspolitiker Yair Lapid bezeichnete den Waffenstillstand hingegen als "diplomatisches Desaster" für Israel und warf Netanjahu vor, die Ziele des Landes nicht erreicht zu haben.
Als zentrales Ziel des Krieges hatte Netanjahu die Beseitigung oder zumindest eine massive Schwächung des iranischen Atomprogramms ausgegeben, das er als "existenzielle Bedrohung" für Israel bezeichnete. Darüber hinaus forderte er, die Fähigkeiten des Irans im Bereich ballistischer Raketen zu schwächen, das Regime in Teheran zu destabilisieren oder möglicherweise zu stürzen sowie den regionalen Einfluss des Irans einzudämmen, insbesondere durch Angriffe auf sein Netzwerk verbündeter Gruppen.
In seiner Erklärung betonte Netanjahu die aus seiner Sicht erzielten militärischen Erfolge: "Wir haben nicht nur vorhandene Raketen zerstört, sondern auch die Fabriken, in denen sie hergestellt werden. Der Iran feuert derzeit nur noch die Reste seiner Bestände ab – und diese werden immer weniger", sagte er.
Zudem habe Israel das iranische Atomprogramm "schwer beschädigt", indem kritische Infrastrukturen und Zentrifugenanlagen zerstört worden seien. Israel werde außerdem sicherstellen, dass angereichertes Uran aus dem Iran entfernt werde, fügte er hinzu.
Weiter erklärte Netanjahu, die Finanz- und Waffenproduktionsnetzwerke der Revolutionsgarden seien lahmgelegt worden. Auch Stahlwerke, petrochemische Anlagen und Teile der Verkehrsinfrastruktur seien Ziel der Angriffe gewesen.
"Wir haben dem Repressionsapparat des Regimes einen schweren Schlag versetzt. Tausende seiner Agenten wurden ausgeschaltet, und wir haben gezeigt, dass wir sie überall erreichen können", sagte der Premierminister.
Abschließend lobte Netanjahu die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten: "Gemeinsam haben wir eine historische Operation durchgeführt – die größte, die der Nahe Osten je gesehen hat", sagte er. "Eine solche Partnerschaft zwischen Israel und den Vereinigten Staaten gegen unseren größten Feind ist beispiellos."