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Singles' Day: Milliarden in Minuten

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Singles' Day: Milliarden in Minuten

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Für die einen ist es Faschingsbeginn, für die anderen das größte Geschäft des Jahres: der 11.11., der Tag mit den vielen Einsen. In China hat man das Datum zum "Singles' Day" auserkoren, einem Tag, der sich – die Einser lassen grüßen – an alleinstehende Personen richtet. An alleinstehende konsumfreudige Personen vornehmlich, denn am Singles' Day liefern sich Onlinehändler wie Alibaba und JD in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt eine Rabattschlacht.

Das erhöht die Umsätze, und trotz Rabatten sprudeln die Gewinne. Alibaba hat die Umsatzmarke von 10 Milliarden Renminbi, rund 1,3 Milliarden Euro, in diesem Jahr nach etwa zwei Minuten geknackt.

Besonders beliebt bei den Kunden sind nach Angaben von JD in diesem Jahr Produkte für Frauen und Pflegeprodukte. Deutsche Unternehmen liegen nach Angaben der Deutschen Bank an vierter Stelle der Profiteure am Singles' Day.

"Es war großartig, so etwas gibt es in Deutschland einfach nicht", freut sich Sebastian Kraus, Chef des deutschen Kosmetikherstellers Bodyguard Pharm. Sein Unternehmen hat in ein eigenes Onlineshopping-Team in der Wirtschaftsmetropole Shenzhen bei Hongkong investiert.

Europas Händler wittern Chancen

Der Singles' Day ist schon jetzt umsatzstärker als alle anderen Events dieser Art. Grund dafür ist der Konsumhunger der Chinesen. Zwar richten sich die Händler an diesem Tag hauptsächlich an chinesische Kunden, aber auch in anderen Ländern wird inzwischen das Potential des Marketinginstruments erkannt. So auch in Deutschland: Der Mediamarkt-Konzern beispielsweise veranstaltet bereits zum dritten Mal ein Singles'-Day-Event. Hervorgegangen ist der Singles' Day aus einer ironischen und eher unkapitalistischen Gegenbewegung in China zum Valentinstag.