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Parteitag der europäischen Sozialdemokraten in Lissabon

Parteitag der europäischen Sozialdemokraten in Lissabon
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REUTERS/Pedro Nunes
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Es ist der Parteitag der europäischen Sozialdemokraten in Lissabon. Die Sozialdemokraten haben es zur Zeit in vielen europäischen Ländern schwer. Auch in Portugal sympathisieren die Menschen mit dem Protesten der Gelbwesten in Frankreich.

Viele Menschen haben nichts zu essen. Sie müssen um Geld auf der Straße betteln.

Frau aus Lissabon Umfrage

Ein Franzose sagte, dass sich die Situation in Portugal in den letzten Jahren verbessert hat.

"Ich denke, dass Portugal ein gutes Beispiel ist, aber in den französischen Medien wird darüber nie berichtet."

Elena Cavallone von Euronews berichtet:

"Portugal wird immer als das Paradies des Sozialismus dargestellt, aber Jahre der Sparsamkeit haben ihre Spuren hinterlassen. Viele fühlen sich alleine und von der Globalisierung zurückgelassen. Die Kluft zwischen Realität und Politik ist noch lange nicht geschlossen."

Unzufriedenheit in Lissabon

Weit weg von Touristenattraktionen treffen wir einige Bewohner des Benfica-Viertels. In dieser Gegend von Lissabon leben bürgerliche Familien und Rentner. Dort herrscht großer Pessimismus über die Situation im Land.

Eine Frau klagt: "Es gibt eine Menge Elend. Viele Menschen haben nichts zu essen und müssen um Almosen bitten. Sie müssen um Geld auf der Straße betteln, um ihre Kinder ernähren zu können."

Ein Früchteverkäufer sympathisiert mit den Gelbwesten: "In Frankreich wird alles immer schlimmer. Sie verdienen zwar mehr, aber alles ist teurer. Ich mag keinen Vandalismus, aber ich weiß, dass sie kämpfen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern".

Und ein älterer Herr sieht die Schuld beim Kurs der Sozialdemokraten: "Der moderne europäische Sozialismus ist nicht wie früher, der war nah am Bürger. Das jetzt ist ein radikalerer Sozialismus, näher an den Rechten, und meiner Meinung nach ist das nicht die Lösung."

Timmermanns als Hoffnung der Sozialdemokratischen Partei Europas

In den letzten Jahren wurde die Sozialdemokratie dafür kritisiert, dass sie keine soziale Gerechtigkeit fördert.

Der Präsidentschaftskandidat der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, sagte in Lissabon während des Jahreskongresses, dass die Ereignisse in Paris ein Weckruf sind.

"Was auch immer Ihre politische Orientierung in Europa ist, wenn Sie sich ansehen, was in Paris und in den meisten Mitgliedstaaten geschieht, sind wir alle verpflichtet, den Menschen, die keine Hoffnung mehr haben, Hoffnung zurückzugeben. Und das zeigt auch die Protestaktion der Gelbwesten in Frankreich."

In ganz Europa haben es Rechtsextreme und Populismus geschafft, Sprachrohr für die Wut der Menschen zu werden.

Die nächsten Europawahlen könnten für die Sozialdemokraten die letzte Chance sein, ihre Wählerschaft zurückzugewinnen. Timmermanns sehen Viele als aussichtsreichen Kandidaten.