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Uber - Erfolgsfirma zwischen allen Stühlen

Uber - Erfolgsfirma zwischen allen Stühlen
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Ein Jahr ist es her, da erlitt der Fahrdienstvermittler Uber vor dem Europäischen Gerichtshof eine schwere Niederlage. Er stufte das Unternehmen als Verkehrsdienstleister ein statt als reinen Vermittler und machte damit das ursprüngliche Geschäftsmodell zunichte. Der Dienst unterscheidet sich nun rechtlich nicht mehr wesentlich von klassischen Taxidiensten, die eine Lizenz benötigen. Es sei Sache der EU-Mitgliedstaaten, die Bedingungen zu regeln, unter denen solche Dienstleistungen erbracht würden.

Fest steht: Europäische Standards bekommt man so nicht.

UBER-FLICKENTEPPICH

Beispiel Deutschland: UberPop ( jeder Autobesitzer kann Fahrgäste transportieren) und UberBlack (Premium-Angebot mit einem professionellen Fahrer) verschwanden nach Gerichtsurteilen vom deutschen Markt, stattdessen kam „UberX“: Man gibt einen Zielort ein, Uber leitet den Auftrag an einen professionellen Mietwagenfahrer in der Nähe weiter – der Preis variiert nach Angebot und Nachfrage. Im Angebot: Berlin, München, Düsseldorf und Frankfurt. Daneben kann man über UberTaxi auch ein normales Taxi buchen – die Taxler geben dafür sieben Prozent des Fahrtpreises an Uber ab.

In Frankreich bieten unter anderem Privatpersonen in Paris und anderen Städten Kunden das eigene Auto als Taxi-Ersatz an. Eine brüchige Geschichte: Ein Gericht definierte die Vereinbarung zwischen einem privaten Chauffeur und dem Fahrdienstleister Uber als "Arbeitsvertrag" - gab damit einem ehemaligen Chauffeur Recht, der gegen die Kündigung seines Uber-Kontos vorging. Das Unternehmen will die Entscheidung anfechten.

Kürzlich hatte auch ein britisches Gericht entschieden, Uber müsse seinen Mitarbeitern vertragliche Rechte wie den Mindestlohn und Urlaub zugestehen. Die Stadt London hatte Uber bereits die Lizenz entzogen - bis ein Gericht beschloss: Der Fahrdienstvermittler darf weitermachen, auf Probe – die Bewährungsfrist läuft bis Herbst. Bis dahin will Uber die „Innere Sicherheit“ der Fahrer verbessern – etwa durch Melden von Straftaten und medizinische Kontrollen.

Wie in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland wurde auch in Belgien UberPop verboten. Nur noch lizenzierte Uber-Fahrer dürfen über die alternativen Apps UberX und UberBlack ihre Dienste anbieten.

"Frei zugängliche Apps", "nur Dienste mit Lizenz", "keine Betriebsgenehmigung"

In Italien hatte das Berufungsgericht in Rom das Verbot aller Uber-Dienste in Italien eingeschränkt, es ließ UberBlack in ganz Italien zu. UberTaxi ist in Turin aktiv, UberLux - Luxuriöse Wagen mit professionellen Fahrern und UberVan – Lieferwagen oder Kleinbusse - sind in Rom und Mailand verfügbar.

Alles also in Fluss – bis auf zwei Fakten: Uber ist in mehr als 60 Ländern aktiv und will in diesem Jahr an die Börse. Geschätzter Unternehmenswert: 72 Milliarden Dollar (63 Milliarden Euro).

su