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Duatos «Herrumbre»: Ballet über Terror und Folter in Athen

 Duatos «Herrumbre»: Ballet über Terror und Folter in Athen
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Nacho Duato, der renommierte spanische Choreograf, arbeitet erstmals mit dem Greek National Opera Ballet zusammen. Es wird ab dieser Woche Duatos Produtkion «Herrumbre» präsentieren.

Der Titel "Herrumbre" , auf deutsch Rost, steht für den Rost der menschlichen Seele, der durch die Brutalität des Krieges verursacht wird, Thema des Ballets ist Terrorismus und Folter.

Nacho Duato, Choreograf: "Ich habe in Madrid etwa 200 Meter vom Bahnhof Atocha entfernt gewohnt, als 2004 die Zuganschläge passiert sind. Ich war ziemlich geschockt und dachte sehr viel nach. Ich entschied mich dann ein Balett zu m achen. Ich weiß natürlich, dass ich mit einem Ballett nicht die Welt verändern werde. Mit Musik ja, mit einem Song... wie zum Beispiel Victor Jara, der von Pinochet getötet wurde. Seine Lieder waren stärker als Maschinengewehre."

Nicht nur die Terroranschläge in seiner Heimatstadt, sondern auch die grausamen Folterfotos aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo Bay, die etwa zur gleichen Zeit die Welt schockierten, inspirierten seine Choreographie. Duato übersetzt die von den Medien verbreiteten Gewaltbilder in Bewegungen. Damit will er anregen, über ein Thema nachzudenken, das uns alle beschäftigen sollte.

Nacho Duato: "Es ist ein sehr gefährliches Thema, weil man eine Grenze üb erschreiten und etwas Lächerliches oder Pathetisches machen könnte. Es gibt keine Verfolgungsjagden, kein Blut, es gibt keine Schreie. Es ist meiner Meinung nach sehr distanziert und poetisch inszeniert. Es ist, als würde man sich ein Gemälde über den Krieg ansehen. Es ist kein Foto oder Video von jemandem, der stirbt oder getötet wird."

«Herrumbre» - eine ausdrucksstarke Tanzperformance - zu sehen vom 6. bis 17. Februar in Kallithea bei Athen.

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