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Juncker und Orban im Stellungskrieg

Juncker und Orban im Stellungskrieg
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Von einem Gleichklang können die europäischen Christdemokraten derzeit nur träumen.

Zu sehr beherrschen Mißtöne das Bild - und das ist noch milde ausgedrückt.

Der ungarische Rechtsaußen Viktor Orban zieht alle demagogischen Register, um gegen die EU-Kommission und ihren Präsidenten Jean-Claude Juncker Front zu machen.

Für diesen ist das Faß inzwischen übergelaufen.

"Es gibt zwischen Herrn Orban und mir überhaupt keine Schnittmenge. Wieso soll er in meiner Partei bleiben, in der ich auch bin, wenn es keine Gemeinsamkeiten gibt? Muss ich weggehen, nur weil jemand am Tisch sitzt, der die Werte, für die ich eintrete, ablehnt? Ich bin der Meinung, dass sein Platz nicht in der EVP ist."

Der lange schwelende Streit kochte über, als Orbans Fidesz-Partei ein Wahlplakat vorstellte, das Juncker zum Thema EU-Migrationspolitik frontal angriff.

Neben Juncker ist der US-Milliardär ungarischen Ursprungs George Soros zu sehen, ein regelmäßiger Prügelknabe Orbans.

Auf Facebook setzte der Fidesz-Europa-Abgeordnete Tamas Deutsch noch eins drauf.

Juncker sei komplett gescheitert: Während seiner Amtszeit seien Millionen von Migranten in die EU gekommen, und die Briten liefen davon.

Hat Orban EInfluss auf den Kurs der Europäischen Volkspartei?

Nicht im geringsten, meint der schwedische EVP-Abgeordnete Gunnar Hokmark.

Orban sei völlig isoliert.

Keine Männerfreundschaft zwischen Juncker und Orban mehr, eher ein Stellungskrieg.

Für die EVP bahnt sich ein Wahlkampf der besonderen Art an.