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Urheberrecht im Internet: Warum der Aufschrei gegen Artikel 13?

Urheberrecht im Internet: Warum der Aufschrei gegen Artikel 13?
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Die Abstimmung über die geplante Urheberrechtsreform im EU-Parlament soll womöglich schon auf die nächste Woche vorverlegt werden. Einen entsprechenden Antrag hatten die Konservativen gestellt.

EU-Abgeordnete Julia Reda von den Piraten schlägt Alarm. Möglicherweise soll damit einem europaweiten Protesttag am 23. März zuvorgekommen werden. Die Entscheidung über den Abstimmungstermin soll nun am Donnerstag fallen.

Doch schon laufen die Aktivisten in den sozialen Netzwerken Sturm. Nach Samstag haben sie in seiben deutschen Städten zum Widerstand aufgerufen - mit Eil-Demonstrationen wollen sie u.a. in Berlin, Frankfurt und München gegen Teile der EU-Urheberrechtsrichtslinie protestieren. Ihre Befürchtung: es droht eine Zensur des Internets.

Dass das Urheberrecht an das digitale Zeitalter angepasst werden muss, darüber war sich die EU-Kommission einig, als sie 2016 anfing, einen Reformvorschlag zu erarbeiten. Die Idee: Urheber und Rechteinhaber sollen für ihre Arbeit gerechter entlohnt werden.

Umstritten ist der Artikel 13 der neuen EU-Richtlinie. Er sieht vor, dass die Betreiber von Online-Plattformen schon beim Hochladen gewährleisten müssen, dass urheberrechtlich geschützte Werke nicht unerlaubt auf ihrer Seite landen.

Technisch machbar ist das bei den Datenmengen nur mit sogenannten Upload-Filtern, die systematisch jeden Upload mit einer Datenbank abgleichen. Doch diese Filter sind fehleranfällig und sortieren möglicherweise Satire, Parodien oder Zitate aus, bei denen kein Verstoß gegen das Urheberrecht vorliegt.

Uploadfilter und zensierte Inhalte - für die Generation, die mit Plattformen wie Youtube und Facebook groß geworden ist - Grund genug nun auch im realen Leben auf die Straße zu gehen.