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Grüne wollen mit Klimapolitik Königsmacher werden

Grüne wollen mit Klimapolitik Königsmacher werden
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Die europäischen Grünen hoffen, bei der Europawahl für eine Überraschung sorgen zu können.

Zur Zeit ist ihre Fraktion mit 52 Abgeordneten fünftstärkste Kraft.

Doch die Umweltpartei liegt seit dem letzten Urnengang 2014 voll im globalen Trend.

Auf nationaler Ebene konnten die Grüne zuvor nicht erwartete Erfolge verzeichnen, etwa in Bayern, Belgien und Luxemburg.

Ihr umweltfreundliches Programm wird immer mehr zum politischen Allgemeingut.

Der Klimaschutz beliebt also Priorität für die Spitzenkandidaten Ska Keller aus Deutschland und Bas Eickhout aus den Niederlanden.

Eickhout: "Wir müssen einfach schneller handeln. Der Klimawandel ist einen dringende Angelegenheit, eine Krise. Als wir die Bankenkrise hatten, hat die Politik sofort gehandelt. Jetzt müssen wir das Gleiche für den Planeten tun."

Die Kampagne der Grünen profitiert vom starken Klima-Engagement junger Menschen in Europa.

Um die Wahlversprechen in zählbare Erfolge an den Urnen umzumünzen, wollen die Grünen aber nicht nur als Öko-Aktivisten gelten.

Ihr Programm will eine gerechtere Wirtschaft für alle in Europa schaffen.

"Für uns bedeutet das europäische Projekt, dass niemals irgendjemand auf dem Kontinent, keine Frau, kein Mann unbeachtet bleibt", sagt Fraktionschef Philippe Lamberts.

"Denn Menschen unbeachtet und sie sie alles erdulden zu lassen, das werden wir niemals akzeptieren."

In der auslaufenden Legislaturperiode können sich die Grünen einige Erfolge anrechnen lassen: die Untersuchungskommission zu Dieselgate, das Verbot von Einwegplastik und die europäische Datenschutz-Direktive.

Schließlich waren die Grünen federführend bei der Anstrengung eines Disziplinarverfahrens zur Wahrung des Rechtsstaates in Ungarn.

"Europa hat Demokratie versprochen, Rechtsstaatllichkeit und Bürgerrechte für alle", sagt Spitzenkandidatin Ska Keller.

"Aber diese Erfolge sind nun bedroht. Wir müssen für diese Grundprinzipien jeden Tag aufs neue kämpfen, denn wenn Europa die Demokratie verliert, wird es sich selbst verlieren."

Die Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament stützt sich vor allem auf Abgeordnete aus Deutschland, Großbritannien und Spanien.

Ihre Fraktion nennt sich Grüne und Europäische Freie Allianz, und in ihren Rängen finden sich etwa auch schottische und katalanische Separatisten.

Die Grünen dürften wohl nicht die Christdemokraten oder die Sozialdemokraten von den ersten Plätzen verdrängen.

Aber sie hoffen auf eine Rolle als Königsmacher für eine klimafreundlichere Koalition.