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Abwasser - Verwandlung vom Kostenfaktor in einen Wertstoff

Abwasser - Verwandlung vom Kostenfaktor in einen Wertstoff
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Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie produziert große Mengen an salzhaltigem Abwasser. Die derzeitigen Aufbereitungsverfahren sind oft sehr teuer und wenig umweltfreundlich. Abwasserbehandlung macht etwa ein Prozent des gesamten europäischen Energieverbrauchs aus. Im Rahmen des EU-Projekts "SaltGae" kultivieren Forscher in Italien und Slowenien Mikroalgen, die die Nährstoffe aus industriellem Abwasser für ihr Wachstum aufnehmen. Nach der Aufbereitung des Wassers werden die Algen getrocknet. Das Pulver kann zur Herstellung von Kosmetika, Tiernahrung oder Düngemitteln vermarktet werden. Ein nachhaltiges Verfahren, das die Abwasseraufbereitung billiger macht. Ziel des Projekts ist, Algenkulturen in Industrien mit hohem Abwasseraufkommen zu integrieren und eine Kreislaufwirtschaft zu fördern. Wie sich Abwasser vom Kostenfaktor in ein wertvolles Produkt verwandelt.

Im Gespräch mit euronews erklärt der technische Leiter des "SaltGae"-Projekts das Verfahren:

"Unsere Mikroalgen-Produktionstechnologie unterscheidet sich von der herkömmlichen, da wir Wasser verwenden, das aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie stammt. Es wurde aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften ausgewählt. Damit können wir ein Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft schaffen, sobald das technologische Wissen, das wir in dieser Anlage entwickeln, dank des 'SaltGae'-Projekts auf die Lebensmittelindustrie übertragen wird. Wenn die Umstände es erlauben - sei es in Bezug auf verfügbare Fläche oder Sonnenschein -, können diese Algenteiche auf Industriegeländen wie Molkereien gebaut werden", erklärt Silvio Mangini. "Wir arbeiten an der Prozessoptimierung, der Engineering-Technologie und der Anpassungsfähigkeit der Technologie an unterschiedliche klimatische Bedingungen. Denn Algen bevorzugen ein heißes und sonniges Klima, während sich die meisten europäischen Industrien in Gebieten befinden, in denen es nicht warm genug ist. Deshalb haben wir eine Wärmebehandlungstechnologie in das Verfahren integriert. Sie ermöglicht, das Konzept der Kreislaufwirtschaft und insbesondere der Kraft-Wärme-Kopplung, d.h. der Wiederverwendung der Wärme, in die Praxis umzusetzen."