Simón Leendert Verhoeven, mutmaßlicher Finanzkopf im Fall Plus Ultra, ist aus Deutschland nach Spanien überstellt worden und kommt am Donnerstag in die Madrider Haftanstalt Soto del Real.
Ein in Spanien gesuchter Unternehmer wurde in Deutschland gefasst und soll am Donnerstag in die Justizvillzugsanstalt Soto del Real in Spanien überstellt werden.
Der niederländische Investor Simón Leendert Verhoeven wird im sogenannten Plus-Ultra-Fall wegen der Finanzierung der Fluggesellschaft Plus Ultra über sein Goldhandelsnetzwerk belastet. Der zuständige Richter, José Luis Calama, ordnet Untersuchungshaft an und will Verhoeven an diesem Freitag um 9.00 Uhr dem Gericht vorführen.
Die Auslieferung des Unternehmers, der seit Februar zur Fahndung ausgeschrieben ist, erfolgt im Rahmen der internationalen Rechtshilfe. Sie stützt sich auf "stichhaltige Hinweise auf Straftaten", die ihn mit Delikten wie Geldwäsche, unerlaubter Einflussnahme, Veruntreuung von Geldern und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Verbindung bringen.
Um jede Fluchtgefahr zu bannen, erinnert der Ermittlungsrichter daran, dass die Behörden Verhoeven im Ausland suchen und festnehmen mussten, um ihn dem Gericht zu übergeben. Wegen der hohen Wahrscheinlichkeit einer erneuten Flucht soll der Beschuldigte unmittelbar nach seiner Ankunft in Spanien unter Bewachung von der Landebahn direkt in den Gefängnistrakt gebracht werden.
Goldbarren und Luxusuhren: Durchsuchung auf Mallorca deckt Finanzgeflecht auf
Die spanische Justiz hat ein Verfahren wegen mutmaßlicher Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Kredit an Plus Ultra eröffnet. Bei der Durchsuchung des Wohnsitzes von Leendert Verhoeven in Santa Maria del Camí auf Mallorca im Oktober 2024 stellte die Polizei zwei Goldbarren, zwölf Luxusuhren und eine umfangreiche Schmucksammlung sicher.
Die Durchsuchung ging auf ein Rechtshilfeersuchen aus der Schweiz zurück. Dieses löste die ersten geheimen Ermittlungen in Spanien zu den Geldwäscheaktivitäten im Umfeld von Plus Ultra aus.
Die Ermittler sehen Verhoeven an der Spitze eines undurchsichtigen Geldwäschenetzwerks, das er gemeinsam mit Luis Felipe Baca Arbulu steuerte. Baca Arbulu war zuvor auf der Karibikinsel Aruba wegen seiner Rolle in der Plus-Ultra-Affäre festgenommen worden.
Von Genf bis Dubai: Firmengeflecht, über das Verhoeven Kapital in Plus Ultra schleust
Vor der Staatsanwaltschaft in Genf räumte der Investor ein, Eigentümer der Firmen Allpa Wira Trading UK, Wailea Investment LTD und Valerian Corporation zu sein. Dieses Firmennetz nutzte er, um die umstrittenen Kredite an die Fluggesellschaft abzuwickeln.
In den beschlagnahmten Unterlagen findet sich unter anderem eine Quittung von Allpa Wira Trading über ein Goldbarrengeschäft mit dem Emirati-Unternehmen Al Joud Precious Metal And Stones Trading im Wert von 122,4 Millionen Dirham, das sind rund 30 Millionen Euro.
Die Vermögensakte der Schweizer Muttergesellschaft dokumentiert einen kontinuierlichen Geldfluss aus dem Rohstoffhandel. Sie zeigt die Genfer Gesellschaft an der Spitze der britischen Allpa Wira Trading UK LTD, der Firma, die in den Unterlagen als direkte Gläubigerin der Fluglinie erscheint.