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Kampf gegen Aids: Globaler Fonds braucht mehr Geld

Kampf gegen Aids: Globaler Fonds braucht mehr Geld
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Ein Paket mit Kondomen hat sein Leben verändert... Mit 20 Jahren outete sich der aus Burundi stammende Elvis als schwul. Von seiner Familie wurde er deshalb verstoßen und musste auf der Straße leben. Dass er sich dort nicht mit HIV ansteckte, verdankt er einem Kondompaket - finanziert vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Große Konferenz in Frankreich

Im französischen Lyon findet derzeit eine Konferenz des Fonds statt, wo vor allem für mehr Finanzierung gekämpft wird, unter anderem für Verhütungsmaßnahmen.

Laut Elvis ist das Verteilen von Kondomen in Ländern wie Burundi extrem wichtig: "Die meisten jungen Schwulen, die freiwillig oder unfreiwillig ihr Coming Out erleben, werden zu Hause rausgeworfen und müssen ohne Geld auf der Straße leben. Präventionspakete mit Kondomen können ihnen helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen, und zwar ohne sich HIV zu holen."

Macron will 12 Milliarden Euro einsammeln

Bei dem Geldgebertreffen in Lyon will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über 12 Milliarden Euro einsammeln. Deutschland hatte zuletzt angekündigt, sich mit einer Milliarde beim Globalen Fonds zu beteiligen. Über zwei Drittel der Hilfen des Fonds gehen übrigens in afrikanische Länder.

Von 10.000 auf 69 Dollar: Großer Erfolg bei Therapiekosten

In den letzten acht Jahren stieg der Anteil der Menschen, die HIV-positiv sind und Zugang zu Behandlungen haben, von 22 auf 62 Prozent. In den Ländern, in denen der Globale Fonds investiert, ist die Zahl der AIDS-Toten außerdem um 56 Prozent gesunken.

Die Kosten für HIV-Behandlungen werden mit Arzneimittelherstellern verhandelt - Mittlerweile muss für die antiretrovirale Therapie nur noch 69 Dollar gezahlt werden. Zum Vergleich: 2002 kostete sie noch 10.000 Dollar.

Selbst in vielen entlegenen Gebieten der Welt, in denen Gesundheitssysteme schwach oder nicht vorhanden sind, wird HIV mittlerweile behandelt.

Frauen am stärksten von HIV betroffen

Doch es gibt nach wie vor viel Ungleichheit. Frauen etwa sind doppelt so stark von der Krankheit betroffen wie Männer. Eine von ihnen ist Cindy aus Mauritius, die früher heroinabhängig war. Drogenspritzen sind eine der Möglichkeiten, sich HIV einzufangen.

Uns erzählte Cindy von ihrem Leidensweg in Mauritius: "Als ich krank geworden bin, ging ich ins Krankenhaus, und als ich sagte, dass ich drogenabhängig bin, meinten sie nur: Naja, du bist krank wegen der Drogen, du wirst keine Behandlung bekommen. Sie wollten mich nicht einmal berühren, einige sind einfach unmenschlich."

HIV-Epidemie noch lange nicht ausgerottet

Cindy und Elvis haben nun Zugang zu Verhütung und effizienten Behandlungen. Doch viele andere werden allein gelassen. Ihre Zukunft hängt auch davon ab, wie viel in den Globalen Fonds investiert wird.

Da die HIV-Epidemie noch lange nicht ausgerottet ist, wird mehr Geld benötigt. Allein im vergangenen Jahr haben sich weltweit 1,7 Millionen Menschen mit dem Virus neu infiziert.