Eilmeldung

Belgien: Prozess um Völkermord in Ruanda beginnt in Brüssel

Belgien: Prozess um Völkermord in Ruanda beginnt in Brüssel
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Es ist ein Kampf, der seit einem Vierteljahrhundert andauert.

25 Jahre des Schmerzes, der Geduld, aber auch der Hartnäckigkeit.

Martine Beckers aus Brüssel hat ihre Schwester. ihren Schwager und ihre Nichte während des Völkermordes in Ruanda verloren.

Jetzt muss sich der Mann, der für die Morde verantwortlich ist, vor einem belgischen Gericht verantworten.

"Ich erwarte, ohne daran zu glauben, dass der Mann, der eine entscheidende Rolle bei diesen Morden gespielt hat, seine Schuld bekennt. Ich erwarte Gerechtigkeit."

Das Lebens Martines wurde im April 1994 zur Tragödie.

Sie erhielt einen Anruf mit der Nachricht vom Tod ihrer Familie, die seit 17 Jahren in Ruanda lebte.

Ihre Schwester Claire und deren Mann Isaïe betrieben einen Eissalon.

Die 18 jährige Katia ging noch zur Schule.

Es blieb ihnen allen keine Zeit zur Flucht.

"Milizen tauchten auf und töteten sie. Als erste starb meine Schwester durch einen Kopfschuss", so Martine.

Angeklagt im Brüsseler Prozess ist der Mann, der die Familie verraten hat.

Für Martine ist er indes nicht der einzige Schuldige.

Eine Mitschuld wirft sie auch den Blauhelm-Soldaten der UNO vor, die nur etwa 500 Meter vom Tatort entfernt Dienst taten - und dem belgischen Staat, der für keinen ausreichenden Schutz sorgte.

"Meine Schwester hatte große Angst. Sie hoffte immer, dass die belgischen UN-Soldaten ihnen im Falle des Falles beistehen würden; dass die Botschaft oder das Konsulat Schutz bieten würden. Aber es geschah nichts."

Martines Familie gehört zu den rund 800.000 Menschen, die in jenem Jahr in Ruanda getötet wurden.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.