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Internet im Iran zurück, Videos zeigen Gewalt: Mehr als 143 Tote

Internet im Iran zurück, Videos zeigen Gewalt: Mehr als 143 Tote
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Nazanin Tabatabaee/WANA (West Asia News Agency) via REUTERS
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Nach über 200 Stunden ist im Iran das Internet größtenteils wieder verfügbar. Wegen der landesweiten Protesten gegen die Erhöhung der Benzinpreise hatte die Regierung es vor neun Tagen, am 16. November, gekappt.

Seit das Internet wieder besser funktioniert, gibt es in den sozialen Medien viele Videos, die zeigen, wie die Proteste gewaltsam niedergeschlagen werden. Nach Angaben von Amnesty International sind bei den Protesten mindestens 143 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher der Vereinten Nationen sagte, dass die Unruhen "eine beträchtliche Anzahl von Menschen getötet haben könnten".

Auch abseits der Hauptstadt Teheran gehen Sicherheitskräfte gegen Protestierende vor.

Irans Informations- und Kommunikationsminister entschuldigte sich für die Maßnahme. Die Verantwortung für die Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit im Land liege bei den höchsten Sicherheitsbehörden. Zu Beginn der Unruhen sei die Entscheidung getroffen, das Internet zu begrenzen, um den Frieden für die Gesellschaft und das Volk zu sichern, so Mohammad Javad Azari Jahromi in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft.

"Ich bin der Überzeugung, dass ein Leben ohne den Cyberspace und die Verbindung zum globalen Netzwerk nicht mehr möglich ist. Ich sollte mich in meinem Namen für all die Probleme entschuldigen, die Sie in dieser Zeit durchgemacht haben, in meinem Namen und als Mitglied der Regierung und des Herrschaftssystems."

Die Nichtregierungsorganisation NetBlocks.org, teilte in der Nacht auf Montag per Twitter mit, dass nach mehr als 200 Stunden ohne Internet in zahlreichen Städten im Iran, der grundlegende Netzzugang wieder verfügbar ist. Sie sagte aber auch, dass es für viele Nutzer nur eingeschränkt funktioniert.

Mit der Spritpreiserhöhung will Teheran die durch die US-Sanktionen stark geschwächte Wirtschaft in Schwung bringen und gegen den Benzin-Schmuggel ins Ausland vorgehen.

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