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KMU-Versammlung: Grünes Wachstum ist auf dem Vormarsch

KMU-Versammlung: Grünes Wachstum ist auf dem Vormarsch
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In Helsinki hat die KMU-Versammlung stattgefunden, die wichtigste europäische Veranstaltung für Unternehmer. Wir zeigen ihnen, warum Unternehmer, die auf nachhaltige Entwicklung, auf Kreislaufwirtschaft, auf Green Business setzen, die richtige Wahl treffen. Was sind ihre Herausforderungen, ihre Chancen? Grünes Wachstum auf dem Vormarsch, das ist das Thema dieser Target-Folge.

In diesem Jahr drehte sich bei dem jährlichen Treffen alles um Nachhaltigkeit. Wie unterstützt man Unternehmer, die dieses Thema ernst nehmen? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Und was sind die Herausforderungen, aber auch die enormen Möglichkeiten dieses Sektors.

KMU, die 99,98 Prozent der europäischen Unternehmen ausmachen, müssen eine neue Philosophie verfolgen, meint Janez Potočnik, der sich stark für die Förderung zirkulärer Wirtschaftsmodelle einsetzt:

"Wir brauchen keine Autos, wir brauchen Mobilität", sagt der Co-Vorsitzende des „United Nations International Resource Panel & Partner Systemiq“ und ehemaliger Umweltkommissar der Europäischen Kommission: "Wenn man diesen Denkansatz verfolgt, kann man neuartige Anreize schaffen. Wir brauchen eine neue Denkweise, neue Möglichkeiten, neue Dinge, die wir mit anderen Augen sehen müssen."

Genau das macht ein finnisches Unternehmen: Die Firma hat eine neue Technologie und ein Material eingeführt, das Kunststoffverpackungen ersetzt. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass man es - ohne große Investitionen - auf alle bestehenden Produktionslinien anpassen kann. Aus Holzfasern gefertigt, sieht das Produkt aus wie Papier, ist aber so widerstandsfähig wie Kunststoff und weich wie Textil. Der potenzielle Markt ist gewaltig.

"Das ist ein Markt, in dem jährlich etwa 30 Millionen Tonnen verschiedene Materialienarten verwendet werden", so Paptic-Gründer Esa Torniainen. "Die meisten davon sind Kunststofffolien."

In den vergangenen zwei Jahren hat dieses kleine Unternehmen seinen Umsatz verzehnfacht. Die Mitarbeiterzahl stieg von 10 auf 20 Personen. Das Wachstumspotenzial ist nach wie vor sehr wichtig für die Firma. Aber dafür braucht sie neue Mittel.

Ökonomin Mariana Mazzucato ist der Ansicht, dass sich die Finanzierungsregeln weiterentwickeln müssen. Damit sie den Bedürfnissen derjenigen gerecht werden, die in diesen Bereichen innovativ sind.

"Es kann sein, dass man in die Unternehmer, die wir für die Kreislaufwirtschaft brauchen, zehn oder fünfzehn Jahre investieren muss. Das Wichtigste ist also die geduldige Finanzierung. Zweitens müssen wir Risikobereitschaft anerkennen. Um Fahrradfahren zu lernen, muss man oft vom Rad gefallen sein. Wenn wir Misserfolge bestrafen, werden wir keine innovative Wirtschaft bekommen", sagt die Professorin am Institut für Innovation und Öffentlichkeit am University College London (UCL).

Die Europäische Kommission - Veranstalter der KMU-Versammlung - ist dabei, ihren "Green Deal" umzusetzen. Ein ehrgeiziger Plan, der darauf abzielt, Europa bis 2050 zum "ersten klimaneutralen Kontinent" zu machen, und der von konkreten Maßnahmen für Unternehmer begleitet wird.

Kristin Schreiber, Direktorin für KMU-Politik bei der Europäischen Kommission, sagt: "Meiner Meinung nach müssen wir drei neue große Elemente ansprechen: Das ist zum einen die Nachhaltigkeit und die Digitalisierung. Diese beiden Punkte gehen oft zusammen. Denn manchmal geht Digitalisierung mit mehr Nachhaltigkeit einher. Und dann brauchen wir eine völlig neue Organisation in Bezug auf internationale Handelspatente."

Bei dem Treffen wurden außerdem vorbildliche Initiativen ausgezeichnet: Dieses Jahr gewann das niederländische Projekt GreenPAC Ilab den Hauptpreis des Europäischen Unternehmensförderpreises. Ein innovatives Zentrum, das Unternehmer unterstützt, die sich von zirkulären und nachhaltigen Werten leiten lassen. Ein Beweis dafür, dass grünes Wachstum auf dem Vormarsch ist.

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