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Was passiert am Tag nach Brexit?

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Was passiert am Tag nach Brexit?
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Am Freitag verlässt Großbritannien die Europäische Union - fast vier Jahre nach dem Referendum.

Nach zahlreichen innenpolitischen Zerreißproben haben sich die Gemüter im Land ein wenig beruhigt.

Doch was ändert sich über Nacht?

Zunächst Reisepässe. Britische Pässe sind immer noch burgundrot wie alle in der EU, doch jeder Brite, der nun einen beantragt, bekommt einen blauen, wie die britische Regierung angekündigt hat.

Müssen britische Bürger sich nun bei Kontrollen in die Schlange der Nicht-EU-Reisenden stellen?

Nein, während der Übergangsperiode bis zum Ende des Jahres können sie weiter die üblicherweise schnelleren EU-Reihen benutzen.

Wie es danach weitergeht, ist jedoch noch unklar.

Und wie es mit dem Gesundheitschutz für Briten in einem anderen EU-Land, etwas Spanien?

Die Rentenexpertin Laura Shields von Red Thread EU:

"Der Fall von Rentnern ist einfach. Sie haben in Großbritannien gearbeitet und dort in die Rentenkasse eingezahlt. Ihre Rente und Versicherungsleistungen werden nun in das Land ihrer Wahl überwiesen.

Das Austrittsabkommen sieht an dieser Praxis keine Änderungen vor, vorausgesetzt die Rentner sind im System registriert. Das Gleiche gilt für Behinderte."

Über dieses Thema existierte viel Konfusion, denn unter einem harten Brexit wäre diese Regelung nach sechs Monaten ausgelaufen.

Britische Touristen im Urlaub - die mit einer EU-Gesundheitskarte können in jedem EU-Land kostenlos behandelt werden - das Gleiche gilt umgekehrt für EU-Reisende in Großbritannien.

Studenten auf beiden Seiten des Ärmelkanals zahlen ab September noch die normalen Gebühren. Doch schon ab dem nächsten Jahr könnten EU-Studierende an britischen Universitäten als internationale Studenten bis zu 30.000 Euro zahlen müssen.

Ähnliches gilt für britische Studenten in der EU, obgleich hier die Gebühren deutlich niedriger sind.

Und wie ist es mit den Roaming-Gebühren, die in der EU abgeschafft wurden?

Bis zum Jahresende profitieren beide Seiten von dieser Situation. Doch das könnte sich ab 2021 ändern.

Großbritannien kann nun mit Drittstaaten, etwa den USA, für die Zeit nach 2020 Handelsabkommen aushandeln.

Doch London verliert seinen Platz am Tisch in Brüssel.

"Großbritannien wird in der Situation wie etwa Norwegen sein. Das heißt, London kann von der EU gesetzliche Änderungen erbitten, hat aber kein Mitspracherecht bei der Formulierung von Gesetzen und Direktiven in der EU," sagt Pieter Cleppe von Open Europe.

Schließlich will die EU ihre Fischereirechte in britischen Gewässern auch nach 2020 behalten.

Das dürfte ein harter Verhandlungsgegenstand werden.

Zwar verlässt Großbritannien jetzt offiziell die EU, aber es gibt noch zahlreiche Entscheidungen, die vor dem Jahresende ausgehandelt werden müssen.

Bis dahen bleibt das Meiste so wie es war.

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