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Europäische Airlines bleiben Passagieren 9,2 Mrd. Euro schuldig

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Europäische Airlines bleiben Passagieren 9,2 Mrd. Euro schuldig
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Der Luftverkehr in Europa hat im laufenden Jahr wegen der Coronakrise nur zehn Prozent des Vorjahrsvolumens erreicht. Das erklärte die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA.

Aufgrund gestrichener Verbindungen blieben nicht nur etliche Passagiere, sondern auch deren Erstattungsansprüche auf der Strecke.

Der französische Verbraucherschutzverband UFC-Que Choisir kündigte an diesem Freitag an, dass er 57 Fluggesellschaften "formell benachrichtigt", um Kunden die Rückerstattung von Tickets zu ermöglichen, die wegen der Coronavirus-Epidemie storniert wurden, in Übereinstimmung mit den europäischen Bestimmungen.

Den Fall der Nichtbeförderung regelt die EU-Verordnung 261. Der zufolge sollten Fluggäste entweder eine Erstattung des Flugpreises oder eine anderweitige Beförderung unter zufrieden stellenden Bedingungen erhalten können und sie sollten angemessen betreut werden, während sie auf einen späteren Flug warten.

Aber in der gegenwärtigen Corona-Krisensituation funktioniert dieses Prinzip nicht, sagt Thomas Reynaer, Geschäftsführer von "Airlines for Europe": "Wir fordern eine Änderung der Verordnung 261, weil wir so viel Bargeld verbrennen und nicht immer in der Lage sind, das Geld im Falle von annullierten Flügen zurückzuerstatten. Und die EU-Verordnung 261 wurde, so würde ich es auslegen, für normale Zeiten konzipiert."

Passagier "verlieren" immense Summe

Laut des IATA-Europachefs Rafael Schvartzman schulden europäische Fluggesellschaften ihren Kunden 9,2 Milliarden Euro für nicht durchgeführte Reisen.

Ferner aktualisierte die IATA ihre Schätzung zu gefährdeten Arbeitsplätzen in der europäischen Luftfahrtbranche.

Durch den Einbruch des Flugverkehrs um 90 Prozent stünden rund 6,7 Millionen Jobs auf dem Spiel. Dies könnte zu einer negativen Auswirkung von rund 419 Milliarden Euro auf das Bruttoinlandsprodukt in in ganz Europa führen.

Die neue IATA-Analyse basiert auf einem Szenario strenger Reisebeschränkungen für drei Monate, mit einer schrittweisen Aufhebung zunächst auf den Inlandsmärkten, gefolgt von Lockerungen im internationalen und später auch im interkontinentalen Flugverkehr.