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In Wałcz bekommen Bedürftige Soforthilfe per App

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In Wałcz bekommen Bedürftige Soforthilfe per App
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Innovation und Solidarität im Kampf gegen Covid-19: In Polen erhalten bedürftige Menschen Soforthilfe per einfachem Klick auf dem Smartphone. Die App wurde im Rahmen eines EU-Programms entwickelt und an die aktuellen Bedürfnisse während der Corona-Pandemie angepasst. Bald soll sie auch in anderen EU-Ländern zur Verfügung stehen. Über die digitale Unterstützung bei der Gemeindearbeit geht es in dieser Folge von Smart Regions.

In Wałcz im Nordwesten Polens läuft die App gerade im Testbetrieb. Sie ist Teil des europäischen Sozialhilfeprojekts "The Good Support Programme" und wird aus dem EU-Kohäsionsfonds finanziert. Vor der Pandemie ging es bei dem Projekt um Gesundheitsverwaltung, jetzt wurde sie kurzerhand an die Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise angepasst und unterstützt die Betreuung und Versorgung der Gemeindemitglieder. Die App funktioniert in Echtzeit mit Geolokalisierung von Freiwilligen und Hilfesuchenden.

Seit April muss jeder im öffentlichen Raum eine Maske tragen. Für diejenigen, die nicht aus dem Haus können, bietet die App jetzt die Möglichkeit, eine Maske und andere wichtige Dinge zu bestellen. Zu den Nutzern gehört auch Rentnerin Irena Szperkowska: _"Diese Unterstützung ist sehr wichtig, besonders für ältere Menschen. Sie haben wegen der allgemeinen Panik Angst, auf die Straße zu gehen und sie haben Angst, sich anzustecken." _

Das 'Good Support Programme' stützt sich auf die Koordination, auf Betreuer, Familien und Nachbarn. Ziel ist es, sehr schnell auf dringende Bedürfnisse zu reagieren - mit Gemeinschaftsressourcen und gegenseitiger Hilfe.

Das Gesamtbudget der EU-Initiative beträgt 2,2 Millionen Euro. 1,87 Millionen werden von der Europäischen Kohäsionspolitik finanziert. Die App ist dabei ein Projekt, das in der "Woiwodschaft Westpommern" ins Leben gerufen wurde. Sie bringt 300 Bedürftige, 300 Betreuer und etwa 100 Ehrenamtliche zusammen.

In Wałcz wird das Projekt während der Krise im Rathaus von Monika Turowska koordiniert: "Dank des Programms habe ich einen Überblick über alle freiwilligen Helfer und Bedürftigen. Die Plattform ist ganz einfach zu bedienen, ich muss nur die Namen der Begünstigten eingeben, dann, wer sich um sie kümmern soll und denen Aufgaben zuweisen".

Zurzeit sind Mund-Nase-Schutzmasken sehr gefragt bei den Nutzern der App. Die Masken werden im Berufsbildungszentrum der Stadt hergestellt und an das lokale Sozialbüro (OWES) geliefert. Hier werden sie verpackt und an die etwa 100 freiwilligen Helfer von Wałcz verteilt. Unter ihnen ist Maciej Markowski: "Über die App erhalte ich eine Nachricht von einem älteren Menschen oder einer allein lebenden Person, die Hilfe braucht. Daraufhin bringen wir ihnen Lebensmittel, gehen mit ihrem Hund spazieren, bringen den Müll raus oder unterhalten und einfach nur am Telefon."

Während der Pandemie ist die App kostenlos. Momentan läuft sie noch in Wałcz, wird aber bereits in Englisch und Spanisch entwickelt und soll laut dem "Good Support Programme" bald auch in anderen Ländern verfügbar sein.