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Trump verbreitet "Weiße Macht"-Slogan - und löscht Tweet schnell

Donald Trump hat am Sonntag ein Video mit Neo-Nazi-Inhalt weiterverbreitet. Darin ist die Rede von "White Power".
Donald Trump hat am Sonntag ein Video mit Neo-Nazi-Inhalt weiterverbreitet. Darin ist die Rede von "White Power".   -   Copyright  Kristopher Radder/AP
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Sind Menschen, die denken, dass es so etwas wie "Weiße Macht" gibt "gute Menschen"? Das zumindest hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag seinen rund 82,5 Mio. Followern mitgeteilt, als er das Video eines Unterstützers auf Twitter teilte, der von "White Power" spricht.

In dem zweiminütigen Video sind Einwohner der Gemeinde The Villages in Florida in Golfcarts zu sehen, die Schilder in die Luft halten mit den Aufschriften "Trump 2020" und "America First" - Wahlkampfplakate für den 74-Jährigen, der Anfang November bei der Präsidentschaftswahl auf eine zweite Amtszeit hofft.

Zu sehen sind Trump-Anhänger, die auf eine Gruppe von Demonstranten der "Black Lives Matter"-Proteste treffen, von denen eine Person ruft "Trump ist ein Rassist". Daraufhin kommt die Antwort aus dem Trump-Lager: "White Power, White Power".

Der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, sagte in einer Stellungnahme, Präsident Trump sei ein "großer Fan von The Villages". Er habe den Slogan im Video nicht gehört, er habe vor allem den "riesigen Enthusiasmus der vielen Unterstützer" bemerkt.

Der Tweet wurde nach einigen Stunden gelöscht.

Gesundheitsminister Alex Azar sagte gegenüber CNN, dass er den Tweet zwar nicht gesehen habe, dass aber "offensichtlich weder der Präsident, seine Verwaltung noch ich irgendetwas tun würden, um die White Supremacy (Weiße Vorherrschaft) oder irgendetwas, das irgendeine Art von Diskriminierung darstellt", unterstützen würde.

Auf Twitter wiesen zahlreiche Kritiker des Präsidenten darauf hin, dass der Slogan "Weiße Macht" innerhalb der ersten 10 Sekunden des Videos zu hören - und damit schwer zu überhören sei.

Republikaner Tim Scott, der erste Schwarze Kongressabgeordnete der Republikanischen Partei aus South Carolina seit 1901, sagte in einem Interview, das vom Präsidenten retweetete Video sei beleidigend und "nicht zu rechtfertigen".

Kristopher Radder/The Brattleboro Reformer via AP
Am 3. November stellt sich Trump zur Wiederwahl - der Wahlkampf hat unlängst auf den Straßen, aber vor allem im Internet, begonnen.Kristopher Radder/The Brattleboro Reformer via AP

Gerade vor dem Hintergrund der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die nach dem Tod von George Floyd in den gesamten USA und andere Teilen der Welt abgehalten wurden, gerät Trump mit seiner Haltung zunehmend unter Druck.

Anstatt Verständnis für das Gefühl von Ungleichheit und Diskriminierung eines großen Teils der US-Bevölkerung zu zeigen, hat der Präsident US-Militärstützpunkte verteidigt, die nach Militärführern der Konföderierten Staaten von Amerika benannt sind, die für den Erhalt der Sklaverei in den Krieg zogen.