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Smart Home: Im betreuten Wohnen der Zukunft ist der Arzt zu Hause

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Smart Home: Im betreuten Wohnen der Zukunft ist der Arzt zu Hause
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Wir leben länger als je zuvor in Europa. Das belastet die Gesundheits- und Sozialsysteme. In Griechenland entwickelte intelligente Hightech-Häuser könnten die Systeme entlasten: Dort checkt man die Gesundheit vor Ort, der Alltag wird erleichtert. Das betreute Wohnen der Zukunft, Thema dieser Sci-Tech-Folge aus Griechenland.

Rasanter Forschritt eröffnet ungeahnte Möglichkeiten

Die Technologie und Kommunikation von gestern sind kein Vergleich zu dem, was wir heute kennen: Rasanter Fortschritt, der von digitalen Innovationen und Vernetzung angetrieben wird, eröffnet völlig neue Möglichkeiten.

"Künstliche Intelligenz ist einer der großen technologischen Umbrüche", sagt euronews-Reporter Damon Embling. "In der westgriechischen Stadt Patras wird sie von Forschern eingesetzt, um unser Zuhause zu revolutionieren. Die Lebenserwartung vieler Menschen steigt, das belastet Gesundheits- und Sozialsysteme. Betreutes Wohnen ist zu einem Schlagwort in der Welt der Technik geworden."

An der Universität der Peloponnes wird das "Smart Home" der Zukunft entwickelt. Es ist für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranke konzipiert und soll die Unabhängigkeit der Bewohner erhalten.

An der Wand hängt ein "intelligenter" Spiegel. Integriert ist eine Gesichtserkennungstechnologie, die Krankheitssymptome erkennen kann. Christos Antonopoulos, Assistenzprofessor an der Universität der Peloponnes erklärt:

"Der Spiegel misst elementare, aber wichtige biometrische Parameter, wie die Herzfrequenz, den Blutdruck. Er kann die Augenpupille überwachen und mögliche zukünftige Probleme anzeigen wie zum Beispiel mit der Leber und vieles mehr. All diese Informationen werden entweder direkt an den Arzt oder an Familienmitglieder weitergeleitet."

Krankenhausleistungen werden zu Hause ausgeführt

Krankenhausleistungen werden im "Smart Home" ausgeführt. Testperson Kostas Koutsopoulos trägt einen Sensor, mithilfe dessen er Rehabilitationsübungen ausführt: Mit seinem Körper muss er den sich bewegenden Punkt im grünen Kreis halten. Sein Arzt wird über seine Fortschritte informiert.

"Die typische Krankenhaus-Infrastruktur stößt an ihre Kapazitätsgrenzen", meint Christos Antonopoulos. "In Zukunft wird es noch schlimmer werden. Es ist also offensichtlich, dass jede Leistung, die wir aus dem Krankenhaus nach Hause verlagern können, Krankenhäuser und das Gesundheitssystem als Ganzes entlasten wird."

Mit Sprachbefehlen können Türen und Fenster geöffnet und geschlossen sowie das Licht gesteuert werden. Sensoren überwachen die Bewegungen der Bewohner. Aufgrund Veränderungen im regelmäßigen Verhalten kann beispielsweise Demenz frühzeitig erkannt werden.

Die 69-jährige Testperson Kostas Koutsopoulos sagt: "Ich würde mich freuen, diese Technologie zu Hause zu haben, denn das würde meine Sicherheit gewährleisten. Es wäre, als hätte ich den Arzt im Haus."

Big Brother is watching you?

Das "Smart Home" wird mit einem Cloud-System und künstlicher Intelligenz betrieben. Aber was ist mit der Sicherheit der Daten? Nikolaos Voros, Professor an der Universität der Peloponnes, erklärt:

"Wir halten Ereignisse fest. So wissen wir zum Beispiel im Falle eines Sturzes, dass der Sturz stattgefunden hat. Das ist alles. Keine Daten, keine Bilder, kein Video von der Person, die gefallen ist."

Mit dem Aufkommen von 5G in Europa wird die Vernetzung fortschreiten und dazu beitragen, dass die "Smart-Home"-Technologie sich verbessert. Die EU Politik-Expertin für künstliche Intelligenz von HuaweiAngeliki Dedopoulou sagt:

"Huawei ist seit 20 Jahren in Europa tätig und arbeitet eng mit Universitäten und anderen Partnern zusammen, um Technologien wie künstliche Intelligenz - in Kombination mit 5G - zu fördern. Mit Entwicklungen wie dem 'Smart Home' soll der Gesundheitssektor entlastet sowie die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum in Europa gefördert werden."

Der Umgang mit einer wachsenden und alternden Bevölkerung ist eine Herausforderung für Europa und darüber hinaus. Das in Patras entwickelte "Smart Home" ist ein Ansatzpunkt, damit umzugehen.