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Brexit macht Zukunft der Falklands unsicher

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Von Elena Cavallone
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Die Falkland-Inseln im Südatlantik aus der Luft
Die Falkland-Inseln im Südatlantik aus der Luft   -   Copyright  PABLO PORCIUNCULA BRUNE/AFP or licensors
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Die britischen Falkland-Inseln sind dank Brexit wieder ins öffentliche Bewußtsein geraten. Denn das gerade vereinbarte Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU schließt den Archipel im Südatlantik aus. Zwar versicherte die EU-Kommission, dass sie die britische Hoheit über die Falklands anerkennt, doch werden Produkte von dort wohl künftig mit Zöllen belegt. Das beunruhigt die Einheimischen, denn die Inselgruppe exportiert 90 Prozent ihrer Fischexporte in die EU. Die Hoffnung ist, das der Handel mit der EU weitergehen kann.

Man habe eine ganz einfache Bitte, sagt die Falklands-Abgeordnete Teslyn Barkman. Man wolle weiter mit der EU einen Handel treiben, der für beide Seiten vorteilhaft sei. Der in der See um die Inseln gefangenen Tintenfisch solle weiter in Italien, Frankreich und anderswo genossen werden können.

Im Februar war der argentinische Präsident auf einer diplomatischen Charme-Offensive in Europa dafür eingetreten, die Inselgruppe aus den Brexit-Verträgen auszuklammern. Denn diese heißen in Argentinien Malvinas und werden auch Jahrzehnte nach dem Falkland-Krieg von Argentinien beansprucht. Buenos Aires glaubt, es gebe gute Chancen, Verhandlungen mit London aufzunehmen.

Man wolle die Unterstützung aller Länder für bilaterale Gespräche, so der zuständige Staatssekretär. Großbritannien solle sich mit Argentinien an einen Tisch setzen und die Sache diskutieren. Es sei unmöglich, dass ein Teil Argentiniens 188 Jahre lang von einer Kolonialmacht regiert werde.

Um die Falkland-Inseln führten beide Länder 1982 einen kurzen Krieg. Die damalige argentinische Militärjunta musste die Niederlage gegen die Briten mit ihrem Zusammenbruch bezahlen.

Auch stellten sich damals alle EU-Staaten auf die Seite Großbritanniens - allem Entkolonialisierungsgerede zum Trotz.

Experten sehen im Brexit aber eine Gelegenheit für die EU, bessere Beziehungen zu Argentinien zu entwickeln.

Die EU werde sich künftig dieser Debatte stellen müssen, und es müsse dabei nicht unbedigt eine gemeinsame Haltung geben, sagt Christian Ghymers vom Brüsseler Irelac-Institut. Die Hoheitsfrage über die Inseln sei in den Brexit-Gesprächen nicht berührt worden. Einige EU-Staaten seien aber pro-argentinisch: Italien, Spanien, Portugal, Schweden, Österreich und Griechenland.

Die Zukunft der Falklands scheint auf einmal wieder unsicher. Die britischen Streitkräfte haben indes Manöver in der Region begonnen. Zeichen dafür, dass Großbritannien nicht gewillt ist, auf Territorium zu verzichten.

Journalist • Stefan Grobe