Gehören die Falklandinseln zu Großbritannien? Neue Umfrage zeigt, dass die Meinungen in Europa auseinandergehen

Auf diesem Foto vom 8. März 2012 begrüßt ein Schild die Menschen im Hafen von Stanley auf den Falklandinseln, wo Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Auf diesem Foto vom 8. März 2012 begrüßt ein Schild die Menschen im Hafen von Stanley auf den Falklandinseln, wo Kreuzfahrtschiffe anlegen. Copyright Michael Warren/
Von Euronews
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Für die Spanier ist der Territorialstreit mit den Briten eine Herzensangelegenheit, die sie mit der Situation von Gibraltar vergleichen.

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Islas Malvinas oder Falklandinseln?

Mehr als 40 Jahre nach dem 10-wöchigen Krieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien sorgt die in britischem Besitz befindliche Inselgruppe - weniger als 500 km vor der argentinischen Küste - weiterhin für Kontroversen.

In einer neuen YouGov EuroTrack-Umfrage wurden Europäer:innen sowie Brit:innen und Amerikaner:innen gefragt: Wem sollten die Falklandinseln gehören - dem Vereinigten Königreich oder Argentinien?

Im Vereinigten Königreich selbst ist eine komfortable Mehrheit (57 %) der Meinung, dass die Souveränität über die Falkland-Inseln dem Vereinigten Königreich gehört, und nur 16 Prozent sind der Meinung, dass sie in den Händen Argentiniens liegen sollten.

Diese Ergebnisse sind nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass eine YouGov-Umfrage vor einigen Monaten ergab, dass es die Brit:innen mehr aufregen würden, wenn Gibraltar und die Falkland-Inseln das Vereinigte Königreich verließen, als wenn Nordirland sich mit der Republik Irland vereinigte.

Mehr als 32 Prozent der Briten sagten, sie wären "verärgert", wenn Nordirland das Vereinigte Königreich verlassen würde, während 35 Prozent bzw. 33 Prozent dasselbe über die Falklandinseln und Gibraltar (eine Enklave auf der Iberischen Halbinsel) sagten.

Aber denken andere Europäer:innen genauso?

Während Nordeuropa die britische Souveränität befürwortet und etwa 30 Prozent der dänischen und schwedischen Befragten diese Option unterstützen, haben sowohl Mittel- als auch Südeuropa Zweifel.

Ebenfalls 30 Prozent der Befragten - Deutsche und Italiener:innen - unterstützen den argentinischen Anspruch und glauben, dass das Land die Souveränität über die Inseln hat.

DATEI - Auf diesem Dateifoto vom 18. September 2015 sind im Malvinas-Museum in Buenos Aires, Argentinien, Felsen in Form der Malvinas oder Falklandinseln zu sehen.
DATEI - Auf diesem Dateifoto vom 18. September 2015 sind im Malvinas-Museum in Buenos Aires, Argentinien, Felsen in Form der Malvinas oder Falklandinseln zu sehen.Natacha Pisarenko/AP

Spanien hat sich dabei als der stärkste Verteidiger Argentiniens in Europa positioniert. Rund 52 Prozent der befragten Spanier sind sich einig: Die Inseln sollten argentinisch sein.

Die Spanier empfinden den Territorialstreit mit den Briten als sehr belastend und vergleichen ihn mit der Situation in Gibraltar.

Es kommt immer wieder zu diplomatischen Spannungen mit der Enklave, insbesondere wegen der Nutzung der angrenzenden Gewässer durch Gibraltar. Die Halbinsel beansprucht diese als ihre eigenen, doch Spanien erkennt dies nicht an und beansprucht die Souveränität.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass nur 18 Prozent der Brit:innen Gibraltar an Spanien zurückgeben würden.

Die Yougov-Umfrage befragte auch US-Amerikaner:innen zu den Falkland-Inseln und ergab, dass über 30 Prozentr die britische Souveränität befürworten.

Diese neue Umfrage gießt Öl ins Feuer nach dem sehr angespannten Patt zwischen der britischen Regierung und der Europäischen Union, das die Inseln in diesem Sommer wieder ins Rampenlicht rückte.

London versuchte, das Unvermeidliche zu verhindern. Die Europäische Union beschloss, die Inseln sowohl mit ihrem spanischen als auch mit ihrem britischen Namen zu bezeichnen. Eine bedeutende Änderung.

Während der britische Premierminister Rishi Sunak in einer Erklärung die "bedauerliche Wortwahl" der EU bedauerte, begrüßte der argentinische Außenminister Santiago Cafiero die Bereitschaft der EU, den territorialen Anspruch seiner Regierung "zur Kenntnis zu nehmen".

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