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Botschaft im Schritt: Eine "Riot Pant" gegen U-Bahn-Spreizer

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Elena Buscaino und Mina Bonakdar in der U-Bahn
Elena Buscaino und Mina Bonakdar in der U-Bahn   -   Copyright  STEFANIE LOOS / AFP
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Mindestens die Hälfte der Menschheit kennt diese Situation: Frau steigt in die U-Bahn, viele leere Sitze, aber dennoch kaum Platz. Denn manche Männer breiten sich einfach ungeniert aus, das sogenannte Manspreading.

Die beiden Berliner Studentinnen Elena Buscaino (26) und Mina Bonakdar (25) haben den Spieß umgedreht. Sie halten Spreizern provokativ den Spiegel vor, mit einer dafür entwickelten Kampfhose, der "Riot Pant".

Raum zurückzuerobern

Elena macht vor, wie's geht: "Ich nehme hier gerade eine stereotyp männliche Körperhaltung ein. Wenn man sich in der U-Bahn so umsieht, wird es einem auffallen, dass weiblich sozialisierte Personen eher die Beine überschlagen, sich zurücklehnen, Raum geben.

Mir ist es aufgefallen, dass eher männlich sozialisierte Personen eine Berechtigung fühlen, Raum einzunehmen, körperliche Dominanz zu zeigen. Wir wollen marginalisierte Personen in unserer Gesellschaft empowern sich diesen Raum zurückzuerobern."

Fazit: Männer, die auf diese Weise adressiert werden, reagieren oft mit Trotz, andere setzen sich weg. Spürbar sei fast immer: Die Person hat sich angesprochen gefühlt.

Manspreading ist nur ein Teil der toxischen Maskulinität

Elena und Mina lernten sich 2019 an der Universität der Künste kenne bei einem Mode- und Grafikdesign-Projekt. Dabei ging es um Geschlechterrollen und Stereotypen. Und die Frage, wie viel Raum Männer insgesamt einnehmen.

Mina sagt dazu: "Wir sprechen nicht nur von physischem Raum in der Gesellschaft, sondern im zwischenmenschlichen Raum. Wer spricht, wem wird zugehört, auf wen wird referiert, wer wird beachtet, wer wird unsichtbar in der Gesellschaft? Manspreading ist nur ein Teil der toxischen Maskulinität."

Daraus entstand das "Riot Pant Project": Second-Hand-Hosen mit frechen Slogans im Schritt: Stop spreading", "Give us space" und "Toxic masculinity.

Weiteres Fazit: Die Pants gehen weg wie warme Semmeln. Humor ist eine starke Antwort auf toxische Maskulinität.