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Wer ist Madrids 42-jährige Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso?

Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso und der Chef der Volkspartei (PP) Pablo Casado Blanco
Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso und der Chef der Volkspartei (PP) Pablo Casado Blanco   -   Copyright  Bernat Armangue/AP
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Isabel Díaz Ayuso von der konservativen Volkspartei (Partido Popular, PP) hat bei den Regionalwahlen in Madrid gewonnen. Sie konnte die Anzahl der Sitze für die Konservativen verdoppeln. Für manche ist sie eine Persönlichkeit ohne Talent und Begabung, die durch Zufall in diese Position gelangt ist, für andere hingegen ist sie eine Schlüsselfigur bei der Pandemie-Bewältigung der Autonomen Gemeinschaft von Madrid, die sich erfolgreich gegen die Politik des sozialistischen Präsidenten Pedro Sánchez durchsetzen konnte.

Aber wer ist Isabel Díaz Ayuso, die einst den Twitter-Account von Pecas, dem Hund der ehemaligen Regionalpräsidentin Esperanza Aguirre, verwaltet hat?

Leben schon immer eng mit Politik verknüpft

Isabel Natividad Díaz Ayuso stammt aus Madrid. Sie wurde 1978 in Chamberí geboren, einem bekannten und zentral gelegenen Viertel der spanischen Hauptstadt, in dem die obere Mittelschicht dominiert. Sie studierte Journalismus und Politische Kommunikation an der Universität Complutense in Madrid.

Obwohl im Transparenzportal der Autonomen Region versichert wird, dass sie "in Kommunikationsabteilungen mehrerer Unternehmen und Stiftungen gearbeitet hat", erscheinen auf ihrem Linkedin-Konto nur zwei Unternehmen, in denen sie, den Datumsangaben nach während ihres Studiums gearbeitet haben muss.

Ayusos berufliches Leben war immer eng mit der Politik verknüpft. Die Regionalpräsidentin ist mit ihrer Partei gewachsen. 2005 trat sie der Volkspartei bei. Bei den Wahlen 2015 war sie für die Kommunikation der ehemaligen Regionalpräsidentin Cristina Cifuentes zuständig, aber schon 2011 war sie Abgeordnete in der Versammlung von Madrid. Damals eröffnete sie das Twitter-Konto von Aguirres Hund Pecas, der sich in den Wahlkampf seines Frauchens für die Bürgermeisterwahlen der Stadt geschlichen hatte.

2019 verlor die PP bei den Wahlen in Madrid gegen die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE). Sie schaffte es dennoch, mit der Unterstützung der "Ciudadanos" zu regieren, aber die Koalition mit den "Ciudadanos" verlief nicht wie erhofft. Als Ayuso erkannte, dass die PSOE mit Unterstützung ihres Koalitionspartners einen Misstrauensantrag plante, beschloss die Regierungspräsidentin, die Wahlen vorzuziehen. Ein riskanter Schritt, der dazu geführt hat, dass sie ihr Mandat mit einer sehr komfortablen Mehrheit erneuern und bestätigen konnte.

"Freiheit", das verwirrende Mantra, das Ayuso zur Präsidentschaft verholfen hat

"Ich bin mir bewusst, dass ich eine Menge geliehener Stimmen habe", versicherte Ayuso am Mittwochmorgen gegenüber dem Journalisten Carlos Herrera. Ayuso hat sich als Garantin für die Freiheiten inszeniert, die, wie sie selbst sagt, die die Regierung von Pedro Sánchez den Spaniern verwehrte und mit der Pandemie rechtfertigte.

Das Verhältnis zwischen der Zentralregierung und der Autonomen Gemeinschaft Madrid seit Beginn der Pandemie ist ein ständiges Tauziehen. Die Präsidentin der Region hat viele der Maßnahmen, die während des Ausnahmezustands aus dem Moncloa-Palast kamen, angefochten oder nicht befolgt. Die Spannungen gingen so weit, dass Regionalpräsidentin und Zentralregierung sich gegenseitig die Schuld an der desaströsen epidemiologischen Situation in der Region gaben. In der Tat liegt die Inzidenz weit über dem Landesdurchschnitt.

Mit den womöglich geringsten Einschränkungen in Spanien und vielleicht in ganz Europa hat Ayuso die Sympathien der Gastronomen, die von den Corona-Maßnahmen hart getroffen wurden und die vieler junger Leute gewonnen. Erinnert sei hier an die Ankunft junger Menschen aus Frankreich in Madrid, die auf den Straßen feierten und tranken, um die Stadt "ohne Einschränkungen" zu genießen. Madrid wurde zu einem Paradies der "Freiheit", in der man ein Leben jenseits der Pandemie genießen konnte.

Illusion oder nicht, sicher ist, dass die Regionalpräsidentin sich in diesem Wahlkampf die schlechte Stimmung in der Bevölkerung nach der Pandemie und dem Lockdown zunutze machen konnte: 65 Sitze gewann die PP, die damit die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt hat (dazu fehlten gerade mal drei Sitze ). Nun wird sie mit der extremen Rechten Vox, die bereits ihre Unterstützung angeboten hat, über eine Regierungskoalition verhandeln müssen.