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Afghanistans Wirtschaft vor dem Abgrund

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Von Julika Herzog  mit AP
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Afghanistans Wirtschaft vor dem Abgrund
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Afghanistans Wirtschaft schrumpft in diesem Jahr nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) um bis zu 30 Prozent. Das ist umso dramatischer, weil das Land bereits jetzt auf extrem niedrigem Niveau wirtschaftet.

Nach der Machtübernahme der Taliban ist alle nicht-humanitäre Hilfe für Afghanistan gestoppt worden, ausländische Vermögenswerte wurden weitgehend eingefroren- der IWF warnt deswegen vor einer schweren Haushalts- und Zahlungsbilanzkrise der auf Hilfe angewiesenen afghanischen Wirtschaft.

Die Wirtschaftleistung wird in diesem Jahr um bis zu 30 % schrumpfen, was Millionen Menschen in die Armut treiben und eine humanitäre Krise auslösen könnte, so der IWF in einem aktualisierten Wirtschaftsausblick für die Region.

Wirtschaft der ganzen Region ist gefährdet

Dies dürfte die Flüchtlingskrise weiter anheizen, die sich auch auf Afghanistans direkte Nachbarländer, die Türkei und Europa auswirken werde.

"Ein großer Zustrom von Flüchtlingen könnte die öffentlichen Mittel in den Aufnahmeländern belasten, den Druck auf den Arbeitsmarkt verstärken und zu sozialen Spannungen führen", schreibt der IWF. Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

Die Kosten für die Aufnahmeländer wären enorm - und könnten die Wirtschaft der ganzen Region gefährden. Sollten eine Million weitere Afghanen aus ihrem Heimatland fliehen, schätzt der IWF, dass ihre Aufnahme Tadschikistans 100 Millionen Dollar, den Iran 300 Millionen Dollar und Pakistan 500 Millionen Dollar kosten würde.