Mit Beginn der Sommersaison zieht der Arbeitsmarkt an: Die Arbeitslosigkeit sinkt um 36.323 Menschen, die Sozialversicherung gewinnt rund 232.000 Beitragszahler, vor allem dank der Gastronomie und Hotellerie.
Der Arbeitsmarkt legte im Mai erneut zu, ein Monat, der traditionell den Auftakt der Sommersaison mit vielen Neueinstellungen markiert. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Menschen ging im Vergleich zu April um 36.323 zurück und lag bei 2,32 Millionen. Das ist der niedrigste Wert für einen Mai seit 2007, wie die Ministerien für Arbeit sowie für Integration, Sozialversicherung und Migration am Dienstag mitteilten.
Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 134.162 Menschen. Der Rückgang erfasste alle Wirtschaftssektoren. Nur die Gruppe der Menschen ohne vorherige Beschäftigung verzeichnete ein leichtes Plus.
Auch die Zahl der Sozialversicherten ist weiter gestiegen. Das System verzeichnete im Monatsdurchschnitt 231.975 zusätzliche Beitragszahler und erreichte damit 22,3 Millionen Beschäftigte, den höchsten Stand seit Beginn der Statistik. Die kalender- und saisonbereinigte Zahl, die die Kalendereffekte ausgleicht, lag bei 22,1 Millionen Erwerbstätigen. Sie ist damit seit 64 Monaten in Folge gewachsen.
Rekordstände bei den Versicherten zeigen sich in mehreren Bevölkerungsgruppen, darunter junge Menschen, Frauen, Männer, Selbstständige und ausländische Arbeitskräfte. Letztere erreichten 3,36 Millionen Beitragszahler und stellen inzwischen rund 15 % aller Versicherten.
Das Gastgewerbe schuf im Mai die meisten Jobs. Die Branche gewann gegenüber April knapp 66.000 zusätzliche Versicherte. Damit nähert sich der Sektor 1,68 Millionen Beitragszahlern, getragen vom Anstieg des Tourismus und der sommerlichen Dienstleistungen.
Auch die Bereiche Verwaltungstätigkeiten und sonstige Dienstleistungen legten deutlich zu. Sie nahmen im vergangenen Monat rund 27.000 neue Versicherte auf und kommen damit fast auf 1,5 Millionen Beschäftigte. Im Jahresvergleich trugen vor allem Gesundheits- und Sozialdienste zum Beschäftigungszuwachs bei, mit mehr als 77.000 zusätzlichen Versicherten.
Das spezielle Agrarregime gewann im Mai wieder Versicherte hinzu und verzeichnete knapp 21.000 zusätzliche Beitragszahler. Im Jahresvergleich bleibt der Saldo jedoch negativ. Das spezielle System für Hausangestellte setzte seinen Rückgang bei den Versicherten fort, sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich.
Die Zahl der Selbstständigen erreichte ebenfalls einen neuen Höchststand mit 3,46 Millionen Erwerbstätigen. In den vergangenen zwölf Monaten kamen fast 46.000 Selbstständige hinzu, vor allem in den freien, wissenschaftlichen und technischen Berufen. Nach Geschlechtern zählte die Sozialversicherung 11,7 Millionen versicherte Männer und 10,6 Millionen Frauen. Frauen stellen damit bereits 47,45 % aller Erwerbstätigen.
Bei der Arbeitslosigkeit sank die Zahl der arbeitslosen Frauen auf 1,4 Millionen und damit auf den niedrigsten Mai-Wert seit 2008. Sie liegt jedoch weiterhin über den etwas mehr als 900.000 Männern, die als arbeitslos registriert sind. Die Jugendarbeitslosigkeit ging erneut zurück und lag bei 164.955 Menschen unter 25 Jahren, dem niedrigsten Wert der gesamten Statistik. In dieser Altersgruppe waren weniger Frauen arbeitslos als Männer.
Nach Sektoren verzeichneten die Dienstleistungen den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Hier sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen gegenüber April um 29.829 Menschen. Auch in der Industrie, im Baugewerbe und in der Landwirtschaft nahm die Arbeitslosigkeit ab. Lediglich die Gruppe der Menschen ohne vorherige Beschäftigung wuchs.
Zwischen den Regionen bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Die Balearen verzeichneten den stärksten monatlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit und zugleich den größten Zuwachs bei den Versicherten, mit knapp 48.200 zusätzlichen Beitragszahlern gegenüber April. Im Jahresvergleich liegt Madrid bei der Schaffung neuer Jobs in absoluten Zahlen vorn, mit 127.841 mehr Versicherten als ein Jahr zuvor.
Bei den Neueinstellungen wurden im Mai 572.061 unbefristete Verträge geschlossen. Sie machten 43,2 % aller Arbeitsverträge aus. Diese Vertragsform nahm sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch kumuliert seit Jahresbeginn zu.
Die jüngsten verfügbaren Daten zur Arbeitslosenunterstützung betreffen den April. Sie zeigen, dass 1,78 Millionen Leistungen ausgezahlt wurden. Die durchschnittliche monatliche Unterstützung pro Person lag bei 1.168,30 Euro. Das sind 22,6 Euro mehr als vor einem Jahr.