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Demonstranten in Mali fordern sofortigen Abzug Frankreichs

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Von Euronews
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Demonstranten in Mali fordern sofortigen Abzug Frankreichs
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In der Hauptstadt Bamako haben Hunderte Menschen den angekündigten Abzug der französischen Truppen aus Mali gefeiert.

Auf Plakaten standen Slogans wie "Terrornation Frankreich" und "Danke, Wagner" in Anspielung auf die russische Söldner-Firma. Außerdem wurden Flaggen der EU und Frankreichs öffentlich verbrannt. Organisiert wurde die Demonstration von den vom Militär unterstützten Übergangsbehörden. Bei früheren Kundgebungen hatten sich noch Tausende Menschen in Bamako versammelt.

Junta klammert sich an der Macht fest

Zuvor hatte die Junta Frankreich mehrmals zum Rückzug aufgefordert. Oberst Abdoulaye Maïga sagte im nationalen Fernsehen: "Die Regierung fordert die französischen Behörden auf, unter der Aufsicht der malischen Behörden unverzüglich die Streitkräfte aus dem nationalen Hoheitsgebiet abzuziehen."

Nicht Frankreich gehe, sondern die Malier selbst seien es, die den ehemaligen Kolonialherren vor die Tür setzen - so die offizielle Botschaft. Eine Provokation für Paris - Emmanuel Macron reagierte kurz darauf beim Europa-Afrika-Gipfel in Brüssel und gab offiziell den militärichen Rückzug aus Mali bekannt.

Auf Twitter sagte der französische Präsident, Frankreich könne sich nicht weiter an den Seiten einer Führung militärisch engagieren, deren Strategien und versteckte Ziele es nicht teile. Der Kampf gegen Terrorimus könne nicht alles rechtfertigen.

Als Reaktion darauf untersucht derzeit auch die UN-Mission in Mali (Minusma), welche Konsequenzen ihr Rückzug habe. 

Die Militärjunta nahm ihre Zusage zurück, im Februar 2022 Wahlen abzuhalten. Sie begründet dies mit tiefgreifenden Reformen, die nun durchgesetzt werden müssten. Westafrikanische Staaten hatten am 9. Januar schwere wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen gegen Mali verhängt.

Keine Aussicht auf Frieden

Die Machtübernahme durch das Militär in Bamako konnte die Gewaltspirale, die das Sahelland seit der Invasion der Dschihadisten im Jahr 2012 heimsucht, nicht stoppen.

Die vom Norden ausgehende Gewalt breitete sich auf das Zentrum und dann auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger aus. Trotz des Einsatzes von UNO-Truppen, französischen und afrikanischen Streitkräften wurden Tausende Zivilisten und Soldaten getötet und Hunderttausende vertrieben.