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Solarstrom vom eigenen Balkon - Überschuss wird kostenlos abgegeben

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Von Johannes Pleschberger  & Euronews
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Solarstrom vom eigenen Balkon in Wien in Österreich
Solarstrom vom eigenen Balkon in Wien in Österreich   -   Copyright  Johannes Pleschberger - Euronews

In Wien herrscht ein regelrechter Ansturm auf Balkon-Solaranlagen. Selbst an Regentagen wird eifrig montiert. Rentnerin Renate Schattovits erhofft sich mit ihren Solarzellen etwas Unabhängigkeit, angesichts der Energiekrise. Kostenpunkt für Anschaffung und Montage: 1800 Euro. Die Module werden südseitig aufgestellt und einfach an eine Steckdose angeschlossen. Schafft es die 80-Jährige jedoch nicht, den tagsüber erzeugten Strom sofort zu verbrauchen, gelangt dieser unvergütet ins Wiener Stromnetz.

Rentnerin, Renate Schattovits, sagt: "Ich hoffe, dass ich mir was ersparen kann. Und das was ich ins Netz einspeisen muss - das ist für mich auch ok. Weil alles was im Netz ist, wird ja woanders verwendet."

In der österreichischen Hauptstadt hat sich die Zahl solcher Balkonkraftwerke im Vergleich zum Vorjahr verachtfacht. Ein typischer Haushalt deckt damit im Idealfall ein Drittel des jährlichen Stromverbrauchs. Doch wie sieht so ein Idealfall aus?

Christian Call von den Wiener Netzen erklärt: "Wenn ich zuhause sitze im Home-Office, die Sonne scheint und ich habe eine Klimaanlage, dann kann ich diese Klimaanlage damit betreiben, kann meinen Computer damit betreiben und das ist gut. Wenn ich allerdings nicht zuhause bin dann muss ich andere Verbraucher finden oder den Strom gratis ins Netz zurückspeisen."

Sprich wer tagsüber wenig zu Hause ist, hat von so einem Kleinkraftwerk nicht viel Nutzen oder müsste zusätzlich einen teuren Stromspeicher anschaffen.

Nichtsdestotrotz, Photovoltaik-Anlagen sind vielerorts vergriffen oder aufgrund von Material-Engpässen gar nicht lieferbar. Und auch Brennholz ist in einigen Baumärkten bereits Mangelware.

Österreichs bezieht normalerweise 80% seines Erdgases aus Russland welches auch für die Strom- und Wärme-Erzeugung verwendet wird. Angesichts der drohenden Versorgungsschwierigkeit verlieren viele Bürger das Vertrauen in die Politik und nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand, etwa mithilfe der Sonne.