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Macron "Freund oder Feind": Liz Truss gibt die Thatcher und erbost nicht nur in Frankreich

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Von Euronews  mit AFP, AP
Liz Truss will britische Premierministerin werden
Liz Truss will britische Premierministerin werden   -   Copyright  Rui Vieira/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die aktuelle britische Außenministerin und Bewerberin um das Amt der Regierungschefin hat sich mit ihrer Antwort auf eine Frage zu Frankreichs Präsident Emmanuel Macron viel Ärger eingehandelt.

Bei einer Schnellfragerunde vor der Entscheidung der britischen Konservativen zwischen Truss und ihrem Gegenkandidaten Rishi Sunak lautete die Frage: "Die Zuhörer wollen ihre Fragen stellen, sie sind schon weit gekommen. Präsident Macron, Freund oder Feind?"

Darauf sagte Liz Truss: "Die Jury ist noch nicht entschieden, aber wenn ich Premierministerin werde, werde ich ihn nach Taten und nicht nach Worten beurteilen."

Der Außenpolitik-Spezialist der oppositionellen Labour-Partei, David Lammy, schrieb, angesichts von "Putins Versuchen, uns zu spalten" sei es jetzt an der Zeit, dass der Westen und die Verbündeten vereint bleiben. Es sei nicht angeraten, sich mit Frankreich oder der EU zu streiten.

Der ehemalige konservative Außenministers Alistair Burt sprach von einem "schweren Fehler". Die bessere Antwort wäre gewesen:  "'Natürlich sind er und Frankreich Freunde und Verbündete, sowohl in der NATO als auch in der Sache der Freiheit: Das bedeutet nicht, dass wir nicht unsere Differenzen haben und ehrlich miteinander reden müssen, was ich auch tun werde'."

Emmanuel Macron, der sich derzeit in Algerien aufhält, versicherte, wer auch immer in London die Regierungsgeschäfte übernehme, die Frage stelle sich gar nicht, auf jeden Fall sei Großbritannien ein Freund.

Der Gegenkandidat von Liz Truss beim Rennen um die Johnson-Nachfolge, Rishi Sunak, hatte übrigens geantwortet, Macron sei ein Freund.

Truss wie Thatcher? "Ich kopiere niemanden"

Angesichts der harschen Antwort von Liz Truss kamen erneut Erinnerungen an die handtaschenschwingende ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher auf, von der es hieß, die aktuelle Außenministerin bewundere sie. Truss betonte, solche Vergleiche mit Thatcher und Theresa May gebe es nur, bei Frauen in der Politik, sie kopiere niemanden. 

Inzwischen mag es Liz Truss offenbar nicht mehr, dass die Medien ihre Affinität für Margaret Thatcher betonen. Bei einem Wahlkampfauftritt in Birmingham sagte die 46-Jährige, sie kopiere die Eiserne Lady nicht und nur die Medien fokussierten sich auf den ständigen Vergleich zwischen ihr und Thatcher.

Die britischen Konservativen entscheiden bis Anfang September, ob Liz Truss oder Rishi Sunak die Regierungsgeschäfte in London leiten soll.