Die gefürchtete Organisation hat ihren Ursprung in den Niederlanden und verfügt über Niederlassungen in mehreren Ländern.
Norwegens Oberster Gerichtshof hat den norwegischen Zweig des niederländischen Motorradclubs Satudarah als kriminelle Vereinigung verboten.
In der Bergündung des Høyesterett heißt es, dies sei notwendig, um schwere Straftaten zu verhindern.
Der Oberste Gerichtshof erklärte, die Mitglieder des Clubs, der Gewaltverbrechen, Erpressung, illegalen Drogenhandel und Waffenschmuggel bekannt ist, hätten „wiederholt schwere Straftaten gegen das Leben, die Gesundheit und die Freiheit von Menschen begangen“ und ihre Handlungen seien „geeignet, in der Bevölkerung Angst zu schüren“.
Das Gericht fügte hinzu, dass Satudarah sich zwar als Motorradclub bezeichne und ethnischen Minderheiten offen stehe, die Mitglieder jedoch weder ein Motorrad noch einen Führerschein besitzen müssten, um Mitglied zu werden.
„Der Club hat auch nicht das Ziel, multiethnische Interessen zu fördern“, heiß es in der Urteilsbegründung.
Der Oberste Gerichtshof stellte außerdem fest, dass die Bande sich „als sogenannten 1%-Club bezeichnet – ein Begriff, der normalerweise für Motorradclubs verwendet wird, die am Rande der Gesetze und Regeln der Gesellschaft leben.“
Razzien
Wie der norwegische Fernsehsender NRK beichtet, kam Satudarah 2014 nach Norwegen. Letztes Jahr forderte die Polizei Gerichte auf, Satudarah wegen seiner angeblichen kriminellen Aktivitäten zu verbieten, zu denen Drogendelikte und gewalttätige Zusammenstöße mit anderen Banden gehören sollen.
Die Anklage wurde auf Grundlage eines Gesetzes von 2021 erhoben, das es der Regierung erlaubt, Organisationen pauschal zu verbieten, wenn ihnen eine kriminelle Beteiligung nachgewiesen werden kann.
Satudarah gewann zwar Fall, aber die Regierung legte Berufung ein, was jetzt zum Urteil des Obersten Gerichtshofs geführt hat.
Der Club stammt aus den Niederlanden. Dort wurde er hauptsächlich von molukkischen Einwanderern gegründet. Sein Name bedeutet auf Indonesisch-Malaiisch „Ein Blut“. Die niederländischen Behörden verboten ihn schließlich, ebenso wie Deutschland im Jahr 2015.
Im benachbarten Dänemark löste sich der Landesverband im Mai 2023 auf und wurde zum Comanches MC. In Schweden wurde der Verband aufgelöst, nachdem alle seine Mitglieder wegen Drogendelikten und Waffenbesitzes festgenommen worden waren.
In Europa hat Satudarah MC lokale Niederlassungen unter anderem in Österreich, Bosnien-Hervegowina, Serbien, Belgien, Frankreich und Spanien.