Die 1506 gegründete Päpstliche Schweizergarde ist das älteste stehende Militärkorps der Welt und hat den Auftrag, den Papst zu schützen.
Der Vatikan erklärte am Montag, er untersuche einen möglichen antisemitischen Vorfall, bei dem ein Schweizer Gardist in die Richtung zweier jüdischer Frauen eine Spuckgeste gemacht haben soll.
Der angebliche Vorfall ereignete sich während einer päpstlichen Audienz am 29. Oktober am Eingang des Petersplatzes.
Die Audienz an diesem Tag war dem Jahrestag einer Erklärung von 1965 über die Beziehungen der Kirche zu Juden und anderen Nicht-Christen gewidmet.
Die mutmaßlichen Opfer gehörten zu einer internationalen jüdischen Delegation, die an der Papstaudienz teilnahm, bei der Papst Leo XIV. die katholisch-jüdischen Beziehungen bekräftigte und versprach, den Antisemitismus zu bekämpfen.
Eine der Betroffenen, die israelische Schriftstellerin und Theaterregisseurin Michal Govrin, bestätigte gegenüber Associated Press Äußerungen, die sie in einem Interview mit der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress gemacht hatte.
Govrin sagte in diesem Interview, als sie und ein Kollege sich dem Petersplatz näherten, habe ihnen ein Mitglied der Päpstlichen Schweizergarde "die Juden" zugezischt und dann eine spuckende Geste in ihre Richtung gemacht.
"Die Päpstliche Schweizergarde hat einen Bericht über einen Vorfall an einem der Eingänge zum Vatikanstaat erhalten, bei dem Elemente mit antisemitischen Bezügen festgestellt wurden", sagte Vatikansprecher Matteo Bruni.
Bruni fügte hinzu, dass nach einer vorläufigen Rekonstruktion des Vorfalls eine Meinungsverschiedenheit über eine Aufforderung, Fotos an einem Wachposten zu machen, aufgetreten sei.
Am selben Tag sagte Papst Leo XIV. in seiner Ansprache, dass "die Kirche Antisemitismus nicht duldet und bekämpft", und erntete dafür lang anhaltenden Applaus.
Die 1506 gegründete Päpstliche Schweizergarde ist das älteste stehende Militärkorps der Welt und hat den Auftrag, den Papst zu schützen.
"Die Päpstliche Schweizergarde bekräftigt im Einklang mit ihrer jahrhundertealten Tradition des Dienstes ihr fortwährendes Engagement dafür, dass ihr Auftrag stets mit Respekt vor der Würde jedes Menschen und den Grundprinzipien der Gleichheit und Nichtdiskriminierung erfüllt wird", sagte Bruni.