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Feuer-Hölle in der Schweiz: Identifikation der Toten wird einige Tage dauern

Brand in der Bar und Lounge „Le Constellation“ in Crans-Montana in der Sylvesternacht.
Brand in der Bar und Lounge „Le Constellation“ in Crans-Montana in der Sylvesternacht. Copyright  AP Photo
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Von euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Feuer-Drama in Schweizer Skiort: Die Polizei bestätigte, dass mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen sind und rund 115 meist schwer verletzt wurden. Der Schweizer Präsident dankte den Nachbarländern für ihre Solidarität.

Hunderte Menschen wollten in der Bar "Le Constellation" im Schweizer Ski-Ort Crans Montana das neue Jahr 2026 feiern, als am frühen Morgen um 1:30 Uhr ein Feuer ausbrach. Menschen versuchten offenbar verzweifelt ins Freie zu gelangen. Augenzeuge zufolge erlitten viele von ihnen schwerste Verbrennungen.

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Die Schweizer Behörden sprechen von rund 40 Toten und 115 Verletzte. Der Regionalpräsident des Kantons Wallis, Mathias Reynard, sagte bei der Pressekonferenz um 17h15: "Die Identifikation der Leichen kann noch sehr lange dauern." Er bittet um Geduld.

Ein Sprecher der Kantonspolizei erklärte bereits in der Früh: "Wir sehen viele Verletzte und viele Tote." Schweizer Medien zufolge werden unter den Opfern Touristinnen und Touristen vermutet. Crans-Montana ist ein sehr beliebter Ski-Ort und jetzt ist gerade Hochsaison. Laut den Anwohnern war die Bar, in der Feuer ausbrach vor allem bei 16- bis 25-Jährigen beliebt.

Genaue Angaben zur Anzahl und Identität der Opfer gibt es bislang noch nicht. Beatrice Pilloud, die Staatsanwältin des Kanton Wallis erklärte am Vormittag, dass noch kein Opfer identifiziert worden sei. Es hieß auch, dass die Angehörigen absolute Priorität hätten, bis es Informationen für die Presse und Öffentlichkeit gibt, könnte es also noch dauern.

Italienische Medien berichteten als erstes von mehr als 40 Toten und 100 Verletzten, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber noch nicht. Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, dass man von 47 Todesopfern ausgehe. Er sei den ganzen Tag im engen Kontakt mit den Schweizer Behörden gewesen. Rund 15 Italiener seien In Krankenhäuser eingeliefert worden und in etwa die gleiche Anzahl gelte als vermisst.

Der Chef der Kantonspolizei machte keine Angaben zur Anzahl der Opfer und erklärte lediglich, dass sie verschieden Nationalitäten hätten. Die Ermittlung und die Identifizierungen laufen, als erstes werden die jeweiligen Botschaften informiert.

Es wurde eine Hotline für Angehörige eingerichtet 0848 112 117. Diese war jedoch teilweise überlastet.

Feuerwerkskörper oder Wunderkerze?

In Schweizer Medien wurde am Morgen darüber spekuliert, ob die Pyrotechnik eines Konzertes zu dem Brand geführt haben könnte.

Nun gibt es offenbar Hinweise auf eine andere Ursache. Albane und Emma, zwei Französinnen sagten dem französischen Sender BFMTV, dass sich eine "Geburtstagskerze" oder Wunderkerze in einer Champagnerflasche befand. Als die Flasche hochgehalten wurde, löste das einen Brand an der Decke aus, die aus Holz war.

Die Walliser Behörden gehen derzeit davon aus, dass es in der Bar "Le Constellation" zu einem sogenannten "Flashover" kam. Bei diesem Phänomen gibt es einen sehr schnellen Übergang von einem entstehenden Brand zu einem Vollbrand. Dabei entzünden sich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum schlagartig. Die Behörden erklärten in ihrer Mitteilung, dass es aufgrund des Flashovers zu einer oder mehreren Explosionen kam. Das deckt sich mit den Berichten von mehreren Augenzeugen und Anwohnern.

Polizei und Retttungskräfte sind im Einsatz nach der Explosion in einer Bar in Crans-Montana.
Polizei und Retttungskräfte sind im Einsatz nach der Explosion in einer Bar in Crans-Montana. AP Photo

Hilfsangebot aus Italien

Am Unglücksort waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Am frühen Morgen war der Großbrand unter Kontrolle. Augenzeugen berichten "Blick", dass im Zehnminutentakt Rettungshubschrauber über dem Ski-Ort flogen. Mehrere Helikopter aus der Schweiz und einer aus Italien waren im Einsatz.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani schrieb auf X, Italien sei bereit zu helfen, so stünde etwa das Verbrennungszentrum Niguarda zur Verfügung.

Schwere Brandverletzungen

Mehrere Verletzte haben schwerste Brandverletzungen und mussten ausgeflogen werden unter anderem in das auf Brandverletzungen spezialisierte Universitätsspital in Zürich. Verletzte und Schwerverletzte wurden aber auch ins Universitätsspital Lausanne, nach Genf, Sion und auch nach Zürich ins Kinderspital gebracht.

Solidarität der und Anteilnahme

Die Nachbarländer der Schweiz haben ihre Hilfe angeboten und sich auf X zu der Brand-Katastrophe geäußert. Der deutsche Bundeskanzler schrieb folgendes:

Auch der ukrainische Präsident Wolodymy Selenskyj sprach den Betroffenen sein Beileid aus.

Beliebter Nobel-Skiort

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis, rund zwei Stunden von der Schweizer Hauptstadt Bern entfernt. Der Ferienort ist berühmt für seine Skipisten und er zieht viele Prominente an. Der James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017) wohnte eine Zeit lang in Crans-Montana.

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