In der Ostsee ist ein wichtiges Glasfaserkabel beschädigt worden. Die lettischen Behörden gehen davon aus, dass das Kabel, das Internet und Kommunikation zwischen Lettland und Litauen sichert, mutwillig angegriffen wurde.
Vor der Küste von Lettland ist ein Unterwasser-Glasfaserkabel beschädigt worden, das einem privaten Unternehmen gehört. Die Leitung stellt Internetverbindungen zwischen den baltischen Staaten Lettland und Litauen sowie den skandinavischen Ländern her. Der Vorfall, der sich am 2. Januar 2026 ereignet haben soll, wurde zuerst in Vilnius bemerkt und den Kollegen in Riga gemeldet.
Laut der lettischen Marine soll ein Schiff zunächst über ein inaktives Kabel gefahren sein und anschließend seinen Kurs auf das nun beschädigte Kabel geändert haben.
Die Besatzung des Schiffs, das inzwischen im Hafen von Liepaja liegt, wird befragt. Da die Crew kooperiere, sei niemand festgenommen worden.
Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina berichtete zwei Tage später über den Vorfall in den sozialen Medien.
Die lettischen Behörden stellten fest, dass Internetnutzer in Lettland keine Störungen bemerkt hatten, da der Datenverkehr über andere Routen umgeleitet worden war.
Auch ein litauisches Ermittlungsteam untersucht die Umstände des Vorfalls.
Über die Eigentumsverhältnisse des Schiffes wurde zunächst nichts bekannt.
Russisches Schiff in Finnland festgehalten
Einige Tage zuvor, am 31. Dezember 2025, hatten die finnischen Behörden ein russisches Schiff auf dem Weg nach Israel festgehalten. Die Besatzung wurde verdächtigt, ein Unterwasser-Glasfaserkabel beschädigt zu haben - und auch, weil der Verdacht bestand, dass das Schiff gegen antirussische Sanktionen verstoßen hatte.
Russische Tanker, die unter Umgehung der Sanktionen wegen Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, Öl exportieren, werden auch als "Schattenflotte" bezeichnet. Zu Russlands Schattenflotte sollen mehr als 400 Schiffe gehören.