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Australien führt Alterskontrollen für KI-Chatbots, Erwachsenenspiele und Suchmaschinen ein

Archivbild: In London zeigt ein Laptop am Montag, dem achten Juli zweitausendneunzehn, die Website von AgeID, einem System zur Altersprüfung.
Archivfoto: Aufgenommen in London am Montag, dem achten Juli zweitausendneunzehn. Ein Laptop zeigt die Website von AgeID, einem System zur Altersprüfung. Copyright  AP Photo/Kelvin Chan
Copyright AP Photo/Kelvin Chan
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Australien sprach von einer Maßnahme der Vernunft, die den Schutz von Kindern aus dem Alltag konsequent auch in die digitale Welt überträgt.

Australien hat bereits einige der weltweit strengsten Vorgaben zur Social-Media-Nutzung von Kindern eingeführt. Nun weitet die Regierung ihren Vorstoß für ein sichereres Internet für junge Nutzer aus, im Fokus stehen nun auch Spiele mit Altersfreigabe, Pornografie und sogar Chatbots mit Künstlicher Intelligenz (KI).

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Die sogenannten Age-Restricted Material Codes verpflichten Online-Plattformen, das Alter aller Nutzer zu prüfen, die Inhalte abrufen wollen, die für Kinder ungeeignet sein könnten. Dazu zählen drastische Gewaltdarstellungen, Pornografie, Inhalte zu Selbstverletzung, Suizid oder Essstörungen.

Die neuen Regeln treten in dieser Woche in Kraft.

Konkret ist künftig eine Altersprüfung für eine ganze Reihe von Online-Diensten vorgeschrieben: für Käufe in App-Stores, für Videospiele mit einer Freigabe ab 18 Jahren, für Pornoseiten und für Suchmaschinen.

Die Vorgaben sollen sicherstellen, dass Kinder Hilfe bekommen, wenn sie nach Inhalten zu Selbstverletzung oder Suizid suchen, erklärte Julie Inman Grant, Australiens Beauftragte für Online-Sicherheit.

„Sucht ein Kind nach Inhalten zu Suizid oder Selbstverletzung, wird als erstes Ergebnis künftig eine Hilfs-Hotline erscheinen, nicht der Einstieg in eine gefährliche Online-Spirale“, erklärte Grant in einer Mitteilung.

Sie bezeichnete die Gesetzesinitiative als „Maßnahme des gesunden Menschenverstands“, die den Schutz aus der analogen Welt auf den digitalen Raum überträgt.

„Kinder dürfen nicht einfach in Bars, Spirituosenläden, Sexshops oder Casinos gehen. In den Online-Räumen, in denen sie einen großen Teil ihrer Zeit verbringen, gibt es bislang jedoch keine vergleichbaren Schutzvorkehrungen“, so Grant.

Die neuen Vorgaben gelten auch für Chatbots, die sexuelle oder explizite Inhalte erzeugen können. Anbieter, die solche KI-Inhalte bereitstellen, müssen prüfen, ob Nutzerinnen und Nutzer mindestens 18 Jahre alt sind, entweder beim Einloggen oder sobald sie entsprechende Anfragen stellen.

Der Schritt folgt auf mehrere Klagen in den Vereinigten Staaten. Darin wird Unternehmen vorgeworfen, ihre KI-Chatbots hätten Jugendliche mit ihren Empfehlungen in den Suizid oder in Selbstverletzungen getrieben.

Australien nimmt bereits eine Vorreiterrolle bei der Regulierung des Online-Zugangs junger Menschen ein. Im Dezember wurde das Land zum weltweit ersten Staat, der Social-Media-Konten für Kinder unter 16 Jahren einschränkt.

Minderjährige können auf Plattformen wie Facebook, X, Threads, Snapchat, Instagram, TikTok, Twitch, Reddit und dem zu Google gehörenden YouTube keine eigenen Accounts mehr anlegen. Bestimmte Inhalte lassen sich jedoch weiterhin ohne Anmeldung ansehen.

Seitdem diskutieren zahlreiche Staaten über ähnliche Schritte, darunter das Vereinigte Königreich, Portugal, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Finnland und Deutschland.

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