Spaniens Ministerpräsident verzichtete auf die Teilnahme am Staatsbegräbnis für die Opfer des Zugunglücks von Adamuz. Stattdessen lieferte er sich ein digitales Duell mit Elon Musk zum Thema Migration. Die Opposition wirft ihm ein Mangel an Menschlichkeit vor.
An diesem Donnerstag nahm Pedro Sánchez nicht an dem Staatsbegräbnis der 45 Menschen teil, die bei dem Zugunglück von Adamuz ums Leben gekommen sind. Er war auch nicht zusammen mit Verkehrsminister Óscar Puente im Senat, wo über die Tragödie debattiert wurde.
Die Opposition hat diese doppelte Abwesenheit kritisiert und ist empört darüber, dass Sánchez stattdessen offenbar Zeit gefunden hatte, sich an einer öffentlichen Diskussion in den sozialen Medien zu beteiligen.
Auslöser war ein Post von US-Milliadär Elon Musk. Er hatte eine Veröffentlichung über die neue Legalisierung von Migranten in Spanien mit einem knappen "Wow" kommentiert.
Pedro Sánchez antwortete daraufhin über seinen offiziellen Account: "Der Mars kann warten, die Menschheit nicht".
Ein Satz, der auf die Prioritäten des Eigentümers von Tesla und SpaceX gegenüber irdischen Angelegenheiten hinweisen sollte.
Adamuz ist auf dem Mars?
Die spanische Volkspartei Partdo Popular reagiert ebenfalls mit einem Post. Auf ihrem offiziellen Konto hieß es: "Adamuz ist auf dem Mars? Wir wissen bereits, dass Sie keine Menschlichkeit haben".
Die Hinweis der Partido Popular war klar: Sie wollten auf den Widerspruch aufmerksam machen, dass Sánchez mit einem ausländischen Geschäftsmann über Menschlichkeit sprach, während er bei einem Akt der nationalen Trauer abwesend war.
Die Kontroverse wurde an einem Tag ausgelöst, an dem die Umgangsformen der Regierung wieder einmal im Mittelpunkt der politischen Debatte standen.
Viele kritisierten Sánchez dafür, dass er nicht bei der Beerdigung der 45 Familien anwesend war, die bei dem Adamuz-Unglück Angehörige verloren haben.
Zu den am häufigsten wiederholten Vorwürfen im sozialen Netzwerk X gehörte das Fehlen des Ministerpräsidenten bei der Beerdigung oder eine Frage seiner Prioritätensetzung.
Die Beerdigung war ein sehr emotionaler Moment, in dem der König und die Königin den Familien nahe waren und ihre Unterstützung angesichts einer solchen Katastrophe zeigten.