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Hat KI den Stellenabbau bei Amazon wirklich ausgelöst?

Archivfoto: Das Amazon-Logo bei einer Pressekonferenz in New York am 28. September 2011.
Archiv: Amazon zeigt sein Logo bei einer Pressekonferenz in New York am 28. September 2011. Copyright  AP Photo/Mark Lennihan, File
Copyright AP Photo/Mark Lennihan, File
Von Euronews with AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Amazon baut 16.000 Stellen ab wegen „Effizienzgewinnen“ durch KI. Ein Ökonom warnt: Firmen, die KI einführen, merken erst nach einiger Zeit, wie sich Arbeitsabläufe ändern.

Amazon hat in der vergangenen Woche 16.000 Beschäftigte entlassen. Konzernchef Andy Jassy begründete das mit „Effizienzgewinnen“ durch Künstliche Intelligenz (KI). Ökonomen halten es jedoch für schwer zu beurteilen, ob die Technologie wirklich der Hauptgrund für die Jobverluste ist.

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„Wir wissen es einfach nicht“, sagte Karan Girotra, Professor für Management an der Business School der Cornell University, auf die Frage, ob Menschen ihre Jobs tatsächlich an KI verlieren.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs schrieb in ihrem monatlichen Bericht zur KI-Nutzung, seit Dezember 2025 seien „nur sehr wenige Beschäftigte von firmenweiten, KI zugeschriebenen Entlassungen betroffen gewesen“. Der Bericht erschien Mitte Januar – bevor später KI-begründete Kündigungen bei Amazon, beim Reisekonzern Expedia und der Social-Media-Plattform Pinterest bekannt wurden.

Laut Goldman Sachs bleibt der Gesamteinfluss von KI auf den Arbeitsmarkt bislang begrenzt. Spürbar ist er eher dort, wo KI viele Kernaufgaben übernehmen kann – etwa E-Mails schreiben, Marketingtexte verfassen, synthetische Bilder erzeugen, Fragen beantworten oder beim Programmieren helfen.

Girotra betonte zudem, dass es Zeit braucht, Managementstrukturen so umzustellen, dass ein Unternehmen beim Einsatz von KI mit weniger Personal auskommt.

„Das erfordert viele Anpassungen, und die meisten Vorteile fallen zunächst einzelnen Beschäftigten zu, nicht der Organisation“, sagte er. Viele würden Zeit sparen und früher fertig werden, wenn sie KI nutzen.

Wenn überhaupt Jobs an KI verloren gehen, dann wohl vor allem Positionen im mittleren Management – um „Kosten zu senken“, so Girotra.

„Ich glaube nicht, dass es sie interessiert, was der Grund für die Kürzungen ist“, fügte er hinzu.

Amazon fährt Einstellungen aus der Corona-Zeit wohl wieder zurück

Die 16.000 gestrichenen Konzernstellen sind Teil eines größeren Abbaus beim E-Commerce-Riesen. Das Unternehmen kündigte zudem an, etwa 5.000 Beschäftigte in stationären Läden in den USA zu entlassen.

Im Oktober verloren nochmals 14.000 Beschäftigte ihre Jobs, nachdem Jassy zuvor KI-getriebene Umbauten angekündigt hatte.

Girotra meint, Amazon baue wohl weiterhin einen Überhang aus der Einstellungswelle während der COVID-19-Pandemie ab.

„Man war womöglich schlicht aufgebläht, streicht nun Stellen, schreibt es der KI zu – und schon hat man eine Value-Story“, sagte er.

Jassy riet den Amazon-Beschäftigten im Juni: „Seid neugierig auf KI, bildet euch weiter, besucht Workshops und Schulungen, nutzt und experimentiert mit KI, wo immer ihr könnt. Bringt euch in die Brainstorms eurer Teams ein, um herauszufinden, wie wir schneller und breiter für unsere Kunden erfinden – und wie wir mit schlankeren Teams mehr schaffen.“

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